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Das TAPS–Schema ist eine äußerst hilfreiche Methode im Rahmen der Ersten Hilfe beim Hund. Mit dem TAPS-Schema kann ein 'normaler' Hundebesitzer, der bei tiermedizinischen Verfahrensweisen vielleicht nicht so versiert ist - die wichtigsten Vitalwerte seines Hundes selbst aufzunehmen. Dies kann dann bei einem Telefonat mit dem Tierarzt dem Tiermediziner durchaus sehr wichtige Hinweise geben, obwohl sie nur von einem Laien ermittelt wurden. Diese wichtigsten Werte sind: Temperatur, Atmung, Puls/Herzschlag und sowie der Zustand der Schleimhäute. Die Anfangsbuchstaben der Begriffe zusammengesetzt [ T ]emperatur, [ A ]tmung, [ P ]uls/Herzschlag, [ S ]chleimhäute ergeben dabei das 'Wort' TAPS - das wir uns leicht merken können, weil und das ist die ... Eselsbrücke: unsere Hunde ja manchmal - tapsig - sind.

 

NOTFALL-CHECKLISTE : TAPS-Schema

Mit der nachfolgenden Vorgehensweise kann ein Hundehalter im Falle eines Notfalls und der Ersten-Hilfe sich schnell einen ersten Überblick über die aktuelle gesundheitliche Situation des Hundes verschaffen

 

 

A. AUSGANGSLAGE

  • der Hund ist möglicherweise in einer Notlage
  • wir wissen nicht genau wie es um ihn steht und wollen uns möglichst schnell Klarheit verschaffen - hierzu dient der TAPS-Test
  • im Zweifelsfall können wir dann die erfassten TAPS-Werte per Telefon einem Tierarzt übermitteln, der die weitere Vorgehensweise festlegt
  • alle diese Werte können auch am Unfallort relativ leicht ohne Labor oder aufwendige Geräte ermittelt werden 
  • lediglich zur Messung der Körpertemperatur wird ein Fieberthermometer benötigt

 

 

TIPP FÜR UNTERWEGS:Bei einem medizinischen Notfall mit dem Hund kommt dem Bereich Information (wie das TAPS-Schema) und Kommunikation mit dem Tierarzt eine ganz besondere Bedeutung zu. Deshalb sollten Sie immer die Telefonnummer Ihres Tierarztes im Handy abgespeichert bereit halten. Im Urlaub oder bei Wandertouren etc. sollten Sie vorab die Telefonnummer eines Tierarztes/Tierklinik aus der dortigen Umgebung bereit halten.

 

 

 

A1. HINTERGRUND-INFO: TAPS-Schema

  • das TAPS-Schema ist eine Untermenge der weit ausführlicheren Aufnahme der -> Vitalwerte beim Hund
  • wenn Sie genügend Zeit zur Verfügung haben und der Hund nicht in einer absolut prekären Notsituation ist, verzichten Sie auf die TAPS-Prüfung und nehmen Sie stattdessen die ausführlicheren Vitalwerte auf
  • falls Sie jedoch zu aufgeregt sind oder der Hund nicht sehr kooperativ ist, genügt für eine erste Beurteilung das TAPS-Schema
  • für die Erste-Hilfe beim Hund reichen jedoch diese behelfsweisen sehr einfache Verfahren, die jeder leicht lernen kann
  • eine erste hinreichende Auskunft über die Vitalität des Tieres ist schon möglich, durch zum Beispiel einfaches Drücken auf die Mundschleimhaut des Tieres um den Zustand des Kreislaufs zu beurteilen, sowie den Puls und die Atemfrequenz zu messen

 

A2. HINTERGRUND-INFO: Normal­werte bei Hunden

  • Normalwerte sind Durchschnittswerte der einzelnen Vitalwerte über viele Hunde hinweg
  • sie wurden aus einer Vielzahl von Messungen an vielen Einzeltieren nach Größe, und Alter aufgenommen und dann gemittelt
  • Dabei ist zu beachten, dass die Normalwerte tatsächlich stark von der Rasse, Größe und dm Alter der Tiere abhängig sind
  • Wichtig: die Normalwerte als solches dürfen aber nicht mit den Normalwerten des eigenen Hundes verwechselt werden

 

 

TIPP: Nehmen Sie die Werte in regelmäßigen Abständen immer wieder neu auf. So haben Sie zum Einen immer die aktuellen Werte parat und bleiben zum anderen in Übung und verbessern Ihre Sicherheit im Umgang mit dem Abnehmen der Vitalwerte, was gerade im Akutfall sehr nützlich ist, da in der Aufregung tatsächlich nur Übung Sicherheit gibt.

 

 

B. NOTFALL-CHECKLISTEN ZUR DETAILLIERTEN BESTIMMUNG DER VITALWERTE

 

 

 

 

 

C. MESSWERTE DES EIGENEN HUNDES

  • Bitte drucken Sie diese Seite zur Dokumentation aus.
  • Ermitteln Sie die Vitalwerte ihres Hundes und dokumentieren Sie diese auf diesem Blatt.
  • Verwenden Sie zur Ermittlung die detaillierten Checklisten (Details siehe oben)

 

 

Vitalfunktionenaufgenommene MesswerteAnmerkungen

T
Temperatur

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  • die Messung erfolgt im After
  • vorher die Thermometerspitze mit etwas mit Vaseline oder Öl gleitfähiger machen oder anfeuchten
  • Schwanz hochheben
  • Thermometer etwa 2 Zentimeter tief einführen
  • Thermometer festhalten
  • die Dauer der Messung hängt vom jeweiligen Thermometer ab 
  • die Körpertemperatur von Hunden kann nach Größe und Alter variieren
  • der normale Temperaturbereich liegt bei erwachsenen, gesunden Hunden von 37,5 bis 39 °C
  • bei Welpen bis 39,5 °C.
  • bei älteren und grossen Hunden liegt die Temperatur eher im unteren Bereich, bei kleinen und jüngeren Hunden im oberen Bereich 
  • da es hier keine generell gültige Vorgabe gibt, sollte die Temperatur des eigenen Hundes im gesunden Zustand bekannt und aufnotiert sein

 

TIPP: Es gibt spezielle Fieberthermometer mit einer biegsamen Spitze. Es wäre sehr sinnvoll diese beim Hund zu verwenden. Damit ist die Gefahr der Verletzung beim Einführen in den After deutlich verringert. Außerdem sollten Sie für das Fiebermessen beim Hund generell ein separates Fieberthermometer verwenden um zu vermeiden, dass ggf. Infektionsherde vom Hund zum Menschen oder umgekehrt weiter gegeben werden. Auch bei gründlicher Reinigung können Bakterien oder Viren überleben um nächsten Wirt umsiedeln. Denken Sie auch daran, ein Fieberthermometer in Ihrem Hunde-Nofall-Täschchen aufzubewahren!

 

A
Atmung

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  • visuell prüfen, ob sich der Brustkorb hebt und senkt
  • falls nichts erkennbar ist, vorsichtig die Fingerspitzen auf den Brustkorb legen und versuchen die Atmung zu erfühlen
  • falls nichts erkennbar, die angefeuchtete Hand vor die Nase des Hundes halten
  • falls keinerlei Anzeichen auf Atmung erkennbar sind, sofort NOTFALL-CHECKLISTE -> Atemstillstand beim Hund 
  • WICHTIG ! Hecheln ist keine Atmung - also nicht mitzählen!
  • 15 Sekunden die Atemzüge mitzählen und das Ergebnis mal 4 nehmen = Atemzüge pro Minute
  • falls bekannt, den gemessenen Wert mit einem im gesunden Zustand genommenen Wert vergleichen
  • Anhaltspunkte für die Anzahl Atemzüge bei Hunden: 10 bis 40 Atemzüge / Minute - dies hängt wesentlich von der Größe des Hundes ab - Faustregel: umso größer der Hund um so geringer die Atemfrequenz

 

P
Puls

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  • am Innenschenkel die Oberschenkelschlagader in der Beinfalte suchen
  • bei den meisten Hunden ist dort das Haarkleid sehr dünn, evtl. sind dort gar keine Haare vorhanden
  • mit den zwei Fingerspitzen von Zeige- und Mittelfinger die Schlagader suchen
  • 15 Sekunden die Pulsschläge mitzählen und das Ergebnis mal 4 nehmen = Herzschäge pro Minute
  • falls bekannt, den gemessenen Wert mit einem im gesunden Zustand genommenen Wert vergleichen
  • Anhaltspunkte für die Anzahl Herzschläge bei kleineren Hunden: 100 bis 120 Herzschläge / Minute
  • Anhaltspunkte für die Anzahl Herzschläge bei größeren Hunden: 80 bis 100 Herzschläge / Minute
  • im fortgeschrittenen Hundealter wird der Puls langsamer
  • bei Stress und hohen Temperaturen kann der Puls beschleunigt sein
  • ein schwacher Puls kann ein Hinweis auf einen niedrigen Blutdruck sein

S
Schleimhäute

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Farbe der Mundschleimhaut oder Augenschleimhaut prüfen

  • rosa - ok
  • blass - Schock, Blutarmut, Blutverlust
  • blau - Mangel an Sauerstoff
  • grau - Vergiftung
  • gelb - Leberproblem

 

 

Kapillare Füllzeit messen

  • die Lefzen des Hundes nach oben schieben
  • eine möglichst helle, rosafarbenen Stellle der Schleimhaut oberhalb der Zähne suchen
  • dann mit einer Fingerkuppe fest - aber dennoch mit Gefühl - ein paar Sekunden auf die Mundschleimhaut bzw. das Zahnfleisch drücken
  • damit wird das Blut an dieser Stelle aus den Kapillargefäßen weggedrängt, das Zahnfleisch erscheint jetzt mit dem Loslassen weiß
  • WICHTIG: mit dem Loslassen sofort die Zeit mitzählen ... eindundzwanzig ... zweiundzwanzig ... dreiundzwanzig
  • nach zwei bis drei Sekunden sollte die Schleimhaut wieder rot sein
  • wenn nach mehr als drei Sekunden die rote Farbe nicht zurückkehrt - ist dies ein starker Hinweis auf einen Schockzustand
  • wenn die Stelle deutlich über drei Sekunden blass bleibt, liegt bereits sehr wahrscheinlich ein lebensbedrohlicher Schock vor
  • dann sofort (!) die Notfallmaßnahmen zum Schock einleiten, Details siehe -> Schockzustand
  •  

 

  • die Erläuterung, wie sie die einzelnen Werte ermitteln - finden sie oben in diesem Dokument
  • sie sollten diese Datenaufnahme mit dem zunehmenden Alter des Hundes immer wieder einmal aktualisieren
  • alle ein bis zwei Jahre wären angemessen

 

 

ZEIT ZUM HANDELN: Wenn Sie die Normalwerte ihres Hundes noch nicht aufgenommen haben, fangen Sie gleich damit an. Wenn etwas passiert, ist es schlichtweg und unwiederbringlich zu spät. Fangen Sie mit den Atemzügen an! Das kann jeder! Notieren Sie den Wert. Dann den Puls. Machen Sie dann Wert für Wert weiter.

 

 

 

 

TIPP: Speichern Sie die aktuellen Werte Ihres Hundes auf Ihrem Handy oder drucken Sie sich diese aus und nehmen Sie sie mit, wenn Sie in den Urlaub fahren oder z. B. zu einer Wandertour starten. Dann haben Sie im Notfall die aktuellen Normalwerte Ihres Hundes zum Abgleich dabei. Selbst wenn Ihnen diese normalerweise geläufig wären, ist man im Notfall vermutlich doch so durcheinander, dass man dann die Werte nicht mehr sicher in Erinnerung hat.

 

 

D. WEITERE HINWEISE

  • jeder Hundehalter sollte die Normalwerte seines Hundes kennen und aufnotieren
  • nur so ist es möglich die in einer Notlage gemessenen Werte aussagekräftig zu bewerten

 

 

 

D.1 VITALWERTE

  • einen schnellen Überblick über den Gesundheitszustand des Hundes erhält man durch Abgleich der Vitalwerte
  • eine Übersicht gibt die NOTFALL-CHECKLISTE -> Vitalwerte beim Hund 

 

 

D.2 VIDEOS ZUM THEMA

 

Auf los geht's: Im TV läuft gleich ...
Wie man das TAPS-Schema macht ...

 

 

TIPP: Denken Sie daran, Hunde altern schnell. Mittelgroße Hunde gelten ab einem Alter von ca. 7 Jahren bereits als Senior. Ältere Hunde sollte man in 6-monatigem Abstand vom Tierarzt untersuchen lassen um evtl. Erkrankungen rechtzeitig zu entdecken. Dies würde beim Menschen einem 2-jährigen Turnus entsprechen. Es wäre also durchaus sinnvoll, auch die Vitalwerte des Hundes in diesem Abstand zu überprüfen und zu aktualisieren.

 

 

 

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