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Für Kinder die mit einem Hund aufwachsen, wird der Hund oft zum besten Freund. Er wird als vollwertiges Familienmitglied wahr genommen - nur mit Fellnase. Stolz wird er den Schulkameraden gezeigt, einfache Signale wie »SITZ«, »PLATZ« und »BLEIB« vorgeführt und 'beeindruckende' Tricks wie »GIB PFOTE« gezeigt. Dabei können sich die schon etwas älteren Schulkinder ein bereits ganz beachtliches Wissen über den Hund aneignen. Doch bis sich das gewünschte harmonische Verhältnis mit dem Hund eingestellt hat, ist für die Eltern viel Erziehungsarbeit und Wissensvermittlung und auch Organisation des Alltags notwendig. Dabei soll diese Dokumentation helfen, das gemeinsame Leben mit Kind und Hund für die Eltern zu erleichtern und vor allem auch durch klare Regeln sicherer zu machen.

 

DOKUMENTATION : Kind und Hund   ( Erfahrungen s.u. ⇣ )

 

Das Thema Kind und Hund wird in diesem Kapitel auf verschiedene Art und Weise beleuchtet. Das Thema Sicherheit und Training des Hundes stehen dabei im Vordergrund. Dabei ist es von grundlegender Bedeutung ob der Hund zum älteren Kind dazu kommt - oder aber ob der Hund schon lange vor dem Kind da war. In diesem Fall ohne entsprechende Vorbereitung und Training kann das für den Hund viel Stress bedeuten. Insbesondere, dass der Hund plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt steht und vieles nicht mehr darf was vorher normal war, kriegt er schnell mit. Der Hund sollte deshalb schon in der Vorbereitungsphase hin und wieder lernen, dass er nicht immer die Nummer Eins ist.

A. AUSGANGSLAGE

  • eine Familie plant die Anschaffung eines Hundes
  • oder: der Hund ist schon da und ein Baby kommt in die Familie
  • der Hund soll mit den Kindern der Familie aufwachsen und die Familie als Vierbeiner bereichern
  • die Eltern wollen sich möglichst gut auf die neue Situation vorbereiten
  • diese Dokumentation soll ihnen dabei helfen

 

 

* * * Hinweis auf eigene Bücher * * *

 

Kind und Hund sind etwas wunderbares. Aber auch etwas, was besonderer Achtsamkeit bedarf. Wir, die Autoren von Erste-Hilfe-beim-Hund.de haben deshalb in unserem Buch 'Mein erster Hund' diesem Kapitel besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Wenn Sie sich noch intensiver mit diesem Thema beschäftigen möchten, laden wir Sie ein, unser Buch, das wir mit der selben Fürsorge und Qualität wie unsere Beiträge hier geschrieben haben, zu lesen. Sie finden es im Online-Buchhandel oder gleich hier:

 

B. HINTERGRUNDWISSEN

  • ein Hund ist und bleibt ein Raubtier - das müssen sich Eltern bei aller Liebe zum Kind und zum Hund immer wieder bewusst machen
  • Mensch und Hund sind ... wie Affe und Wolf - sie kommunizieren prinzipiell ganz anders, das kann zu vielen Missverständnissen führen
  • mit Themen wie Rangordnung im (Familien-)Rudel, die Verhaltenssignale des Hundes, Aggressions und Jagdverhalten müssen sich die Eltern vertraut machen, dazu weiter unten mehr

 

B.1 Familienplanung mit Kind und Hund: Wer zuerst - das Kind dann der Hund - was ist die optimale Reihenfolge?

  • vorneweg: in der Familienplanung lässt sich vieles nicht immer optimal gestalten, dennoch hier einmal eine Darstellung wie es am besten wäre
  • unter optimalen Umständen, ist das jüngste Kind schon mindestens fünf Jahre alt, wenn der Hund in die Familie kommt
  • damit ist das Jüngste schon etwas 'vernünftig' und aufnahmefähig in Bezug auf Hundethemen
  • das Kind kann sich bereits vorstellen, was für den Hund unangenehm ist oder gar Schmerz bereitet
  • doch genügt es nicht, dass das Kind den richtigen Umgang mit dem Hund begreift, es muss diesen auch konsequent umsetzen können
  • das Kind ärgert, reizt, erschreckt den Hund nicht, respektiert sein Ruhebedürfnis und seine Ruhezonen und lässt ihn dort vollkommen in Ruhe
  • das Kind versteht, dass ein Hund kein Spielzeug oder Kuscheltier ist, dem man in die Augen fassen oder in die Ohren kneifen und am Schwanz ziehen darf

 

B.2 im Umkehrschluss: Familienplanung mit Kind und Hund - was wäre definitiv suboptimal?

  • und noch eine Anmerkung zum ungünstigsten Fall, den Sie von vornherein unbedingt vermeiden müssen
  • besonders viel, bis extrem viel Stress kann es für Elten bedeuten, wenn sowohl ein Baby als auch ein 'neuer' Hund, Welpe oder Junghund in die Familie kommen und mit einem Mal zu versorgen und zu erziehen sind
  • handelt es sich dabei auch noch um das erste (!) Kind und zeitgleich auch noch den ersten (!) Hund - kann eine extreme Überlastungssituation entstehen
  • allein um den Hund stubenrein zu bekommen, müssen Sie beim Welpen oft alle zwei Stunden raus, bevor ein Malheur passiert - auch nachts und das lässt sich über Wochen und Monate hinweg mit der Babybetreuung kaum vereinbaren
  • in dieser Extremsituation werden Sie weder der Verantwortung gegenüber dem Kind noch dem Hund gerecht - stellen Sie sich nur einmal vor, beide werden länger krank und müssen jetzt häufig und zeitgleich jeweils zum Tierarzt bzw. Kinderarzt
  • deshalb der eindeutige und dringende Rat, wenn Sie ein Baby erwarten: verschieben Sie die Anschaffung ihres ersten Hundes zunächst einmal um ein paar Jahre

 

VORBEITUNGSTRAINING FÜR DEN HUND, WENN EIN BABY IN DIE FAMILIE KOMMT

  • wenn absehbar ist, was der Hund in Zukunft alles nicht mehr darf, zum Beispiel auf das Sofa liegen, nicht ins spätere Kinderzimmer gehen, etc. sollte man das schon lange bevor das Baby kommt einführen und konsequent durchsetzen
  • der Hund verknüpft dann die für ihn negativen Veränderungen und Verbote nicht mit dem neuen Familienmitglied
  • dazu kommt: neue Gerüche, neue Geräusche können den Hund irritieren
  • wenn die künftige Mutter bisher Hauptbezugsperson des Hundes war, sollte der Partner im Vorfeld nach und nach alle diese Funktionen wie Gassigehen, Futterzubereitung, Füttern, Bürsten, Schmusen, Tierarztgänge, etc. übernehmen
  • eine gute Grundlage für ein stressfreies Miteinander ist es, wenn der Hund bereits den Grundgehorsam gut beherrscht; die Begleithundeprüfung, wie sie in vielen örtlichen Hundevereinen angeboten werden, kann da nützlich sein; wenn der Hund draußen wie auch in der Wohnung in jeder Situation sicher abrufbar ist, ist das ein großer Vorteil wenn das Kind da ist
  • die Signale die ein Hund beherrschen sollte, früher sagte man Hundekommandos dazu - sind mindestens: »SITZ«, »FUSS«, »BLEIB«, »HIER« und »AUF DEINEN PLATZ«
  • idealerweise wurden die Signale mit ihm schon lange bevor der Familiennachwuchs kam, gut eingeübt und immer positiv verknüpft; insbesondere das sehr nützliche »AUF DEINEN PLATZ« darf nicht als Strafe empfunden werden - vielleicht wartet ja bei einer Trainingseinheit »AUF DEINEN PLATZ« bereits ein Superleckerli in seinem Körbchen
  • wenn das Signal »AUF DEINEN PLATZ« in eine verschließbare Hundebox führt und positiv verknüpft wird, weil zum Beispiel in der Box bereits ein vorab verstecktes Superleckerlie (z.B. ein Stückchen Saitenwurst) auf ihn wartet, wird er bald auf das Kommando begeistert in sein Box rennen; in einer späteren Phase des Trainings wird auch noch die Tür für kurze Zeit zu gemacht; nach kurzer Zeit lässt man ihn dann wieder raus; es ist ja nur Training
  • bitte beachten Sie: um so alltäglicher und stressfreier die Situation beim Training für den Hund ist, um so besser
  • die unvermeidbaren Änderungen im Leben des Hundes sollte er wenn immer möglich positiv verknüpfen, wenn er mal vielleicht durch eine Unachtsamkeit der Eltern in die Tabuzone Kinderzimmer gelangt, nicht bestrafen und schimpfen, sondern mit Superleckerli heraus locken
  • der Hund darf aber auch auf keinen Fall - trotz der veränderten Situation - auf einmal ausgegrenzt werden, er gehört selbstverständlich immer noch dazu, nur hat sich sein 'Rudel' vergrößert und manche neue Regeln sind einzuhalten
  • Was tun, wenn sich Probleme abzeichnen: Schalten Sie möglichst früh einen Hundetrainer oder spezialisierten Tierarzt ein, der Sie in dieser Situation unterstützen kann (siehe auch Abschnitt: PROFESSIONELLE HILFE: WER HILFT UNS - WENN WIR NICHT MEHR WEITER WISSEN)

 

 

C. KIND UND HUND - FREUNDE FÜRS LEBEN

  • gemeinsam mit einem Hund aufgewachsen zu sein, gehört später für viele einmal zu den schönsten Erinnerungen aus die Kindheit überhaupt
  • für ältere Kinder ist ein Hund ein toller Spielkamerad und im Gegensatz zu den Eltern hat er immer Zeit, will selbst immer mitspielen und überall mit dabei sein
  • Kinder lernen dazu noch ganz nebenbei sehr viel über ein anderes Lebewesen, seine Bedürfnisse und auch ein Stück weit je nach Kindesalter Fürsorge und Verantwortung zu übernehmen
  • dennoch bedeutet dies für die Eltern zunächst einmal doppelte Arbeit, denn sowohl Hund und Kind müssen erzogen werden
  • dabei muss vieles bedacht werden und organisiert werden, denn gerade Kleinkinder und Hunde 'konkurrieren' oft um dieselben Ressourcen, wie die Aufmerksamkeit der Eltern bzw. Rudelführer, sie beanspruchen dasselbe 'Revier' zum Beispiel das Wohnzimmer oder eine Ecke am Sofa oder wollen genau dasselbe Spielzeug, vielleicht einen Ball; da ist neben Erziehung vor allem die Aufstellung klarer Regeln gefragt, die von allen - auch den Eltern (!) - konsequent eingehalten werden müssen; dazu weiter unten mehr

 

C.1 Vorbereitung auf grundsätzliche Änderungen

  • gesetzt den Fall, dass der Hund schon länger in der Familie ist und ein Baby dazu kommt, muss der gut auf die neue Situation vorbereitet werden werden
  • nehmen Sie sich die Zeit klare Regeln aufzustellen, ausführliche Checklisten und wertvolle Tipps zur Erziehung und Organisation des Alltags finden sie unten
  • vor der Geburt des Kindes sollte auch der Hund selbst nochmal zum Gesundheits-Check: sind alle Impfungen auf dem neuesten Stand, Zeckenmittel aufgefrischt, ist er entwurmt?
  • auch wenn das Kind da ist, muss das Thema 'Mein gesunder Hund' mit regelmäßigen Entwurmungen, dem routinemäßigen Absuchen auf Zecken und künftig regelmäßige Gesundheit-Checks beim Tierarzt besonders beachtet werden
  • alle zweibeinigen Familienmitglieder sollten künftig gegen Tetanus geimpft sein - sprechen Sie dazu am besten ihren Hausarzt an

 

C.2 Sicherheit muss organisiert werden: von Anfang an planen und organisieren

  • es müssen Tabuzonen für den Hund festlegt und am besten sofort eingehalten werden, z.B. darf er nicht mehr in das künftige Kinderzimmer, Wickelraum, Küche, Sofa, etc.
  • Hund und Kind dürfen sie niemals unbeaufsichtigt zusammen lassen - auch nicht für wenige Sekunden!
  • um Sicherheit zu organisieren, können u.a. hilfreich sein:
    • Kindergitter zum Absperren von Teilen des Wohnbereiches
    • eine Hundebox, wenn die Eltern auch nur kurzfristig (!) abgelenkt sind - es klingelt an der Tür
    • eine Hausleine
    • ein Maulkorb (im Notfall)
  • planen Sie schon jetzt eine Lösung für kritische Situationen, wenn es an der Tür klingelt, oder Sie kurz unter die Dusche wollen, etc. - was machen Sie dann und sofort (!) mit dem Hund?
  • man muss sich immer bewusst sein: Hunde sind Raubtiere - und bei aller Liebe, es geht eine Gefahr von Ihnen aus
  • insbesondere wenn Sie den Eindruck haben, dass sich beim Hund Anzeichen von Aggression gegenüber dem Kind oder Hinweise auf ein Jagd- bzw. gar Beuteverhalten zeigen: trennen Sie beide sofort und dauerhaft, Hund und Kind dürfen sich dann ab sofort nicht mehr gemeinsam in einem Raum, Hof, Garten, etc. aufhalten
  • Schalten Sie im Zweifelsfall immer einen auf Verhaltensprobleme spezialisierten Tierarzt, Tierpsychologen oder Hundetrainer ein!
  • die Eltern müssen sich ihrer Aufsichtspflicht jederzeit bewusst sein und entsprechend vorausschauend handeln

 

 

ELTERN SOLLTEN UNBEDINGT DIE KÖRPERSPRACHE UND SIGNALE IHRES HUNDES VERSTEHEN

Hunde senden eine Vielzahl von Signalen aus, die Hundebesitzer kennen und beachten müssen. Eltern ganz besonders. Da sind zum Beispiel die Beschwichtigungssignale, mit denen der Hund ganz klar ausdrückt, dass er sich in dieser Situation nicht wohl fühlt. Vielleicht, weil ihn das Kind gerade viel zu sehr knuddelt und gar nicht mehr aufhören will. Manche Hunde mögen das überhaupt nicht. Für den Hund kann das dann purer Stress sein. Ein häufiges Signal - das Hundehalter in so einer Situation nicht übersehen dürfen, ist ein Lecken mit der Zunge über Lefzen und Schnauze. Auch ist dann oft ein einfaches Abwenden des Kopfes des Hundes zu beobachten. Da sollte er schon in Ruhe gelassen werden, das Kind vielleicht mit etwas anderem abgelenkt werden. Wenn sich der Hund auch noch in seinen 'Privatbereich' zurückzieht braucht er wirklich seine Ruhe. Eltern müssen das erkennen, denn wenn der Hund sich zu sehr in die Enge getrieben fühlt, kann aus Dauerstress im negativsten Fall auch beim liebsten Hund einmal ein Zwicken oder Zuschnappen folgen, wenn das Kind ihn zu sehr bedrängt oder gar reizt, ihm am Schwanz zieht oder mit dem Finger immer wieder in den Ohren bohrt oder in die Augen fasst, etc. Oft folgt dann bevor sich der Hund ernsthaft wehrt ein warnendes Kurren - das als Vorwarnung "Jetzt hör aber endlich auf! Mir reicht's!" zu verstehen ist. Diese Art der Warnung ist sehr nützlich, deshalb darf Knurren niemals bestraft werden. Der Hund kommuniziert so. Das muss auch das Kind lernen: Wenn der Hund knurrt ist sofort Schluss mit lustig. Wenn der Hund bereits die Zähne zeigt oder in die Luft schnappt sind das schon sehr ernste Warnungen. Weitere Signale wie ein starr fixierender Blick des Hundes auf das Kind können Vorboten echter Aggression sein. Hund und Kind müssen dann sofort getrennt werden. Eltern sollten deshalb ihren Hund vorausschauend 'Lesen' können und sich intensiv mit seinen Signalen befassen und im Zweifelsfall immer (!) professionelle Hilfe einholen.

 

TIPP: HUNDESPRACHE LERNEN - MACHEN SIE EIN SPIEL MIT DEM KIND DARAUS

Das Verhalten des Hundes, seine Körpersprache und Signale richtig einschätzen zu lernen, ist aber auch eine tolle Erfahrung - für Erwachsene und ältere Kinder. Das erfordert eine geübte Beobachtungsgabe. Machen Sie doch ein Spiel daraus. Beim Gassigehen, zuhause - auch bei anderen Hunden. Immer wenn Sie ein interessantes Verhalten beim Hund entdecken, wenn er sich abwendet, sich über die Schnauze leckt, die Ohren stellt, die Rute zwischen Hinterbeinen einklemmt, etc. - fragen Sie die Runde einschließlich Kinder, was der Hund jetzt sagen will? Das erweitert nicht nur das Wissen des Kindes ganz allgemein, das fördert auch sein Einfühlungsvermögen in ein anderes Wesen und seine Sozialkompetenz.

 

C.3 Die Auswahl der Hunderasse

  • diese Frage stellen sich fast alle Eltern: was sind kinderfreundliche Hunderassen oder welche Rassen sind für eine Familie mit Kindern besonders geeignet?
  • grundsätzlich gilt hier: es kommt vor allem auf den Charakter des einzelnen Hundes und seine Erziehung an und weniger auf seine Rasse
  • denn auch bei den kinderfreundlichen Hunderassen kann einmal ein einzelner vierbeiniger Zeitgenosse mit dabei sein, der sich mit Kindern nicht so gut versteht
  • vom Charakter her soll der Hund idealerweise sanft, gutmütig, geduldig, ruhig und gelassen sein
  • bestimmte Hunderassen wie ausgeprägte Jagdhunderassen und schwere Herdenschutzhunde (wie zum Beispiel der Kangal) sind tendenziell für Kleinkinder eher ungeeignet, aber auch hier gibt es immer Ausnahmen
  • Hütehunde gelten eher von Natur aus als Familienhunde und kinderfreundlich
  •  

  • hier einige Beispiele für Familienhunde, die tendenziell für ein Kinderumfeld geeignet sind und als kinderfreundliche Hunderassen gelten:
    • Beagle
    • Berner Sennenhund
    • Bernhardiner
    • Bobtail
    • Cocker Spaniel
    • Collie
    • ELO
    • Französische Bulldogge
    • Golden Retriever
    • Jack Russell
    • Labrador Retriever
    • Malteser
    • Mops

     

  • wenn Sie einen Welpen direkt vom Züchter bekommen, fragen Sie ihn ob der Hund bereits an Kinder gewöhnt ist
  • denn wenn ein Hund bereits in seiner Prägephase im Kontakt zu (Klein-)Kindern aufgewachsen ist, wäre das tatsächlich bei der Auswahl des Züchters ein positives Kriterium
  • wenn Sie einen bereits erwachsenen Hund bei sich aufnehmen, das wird dann häufig aus dem Tierschutz sein - fragen Sie unbedingt nach der Einschätzung der Tierheimmitarbeiter oder Vorbesitzer, ob der Hund kinderfreundlich ist
  • wenn es da Bedenken gibt, sollten sie ihr Vorhaben mit diesem Hund besser aufgeben, insbesondere wenn der Hund schon möglicherweise schlechte Erfahrungen mit Kindern gemacht hat

 

 

BEISSHEMMUNG TRAINIEREN - FÜR DEN FALL DASS EIN WELPE IN DIE FAMILIE KOMMT

Die Beißhemmung ist eine Erziehungsaufgabe. Ein Welpe weiß ja gar nicht, wie nadelspitz seine Zähne sein können. Während seine Wurfgeschwister mit dickem Fell noch so manches Zwicken mit den Zähnen leicht verkraftet haben, ist es bei uns Menschen und vor allem auch wenn Kinder mit im Spiel sind ganz anders. Auch wenn der Hund nicht wirklich verletzen will, ein Schnappen nach dem Ball beim Spielen kann auch mal an der Hand enden. Dabei ist es wichtig, dem Hund deutlich und laut mit »AUA« zu zeigen, dass das weh tut. Es darf auch gern ein etwas jammerndes »AUAUAUAUA« sein. Es geht ja um Erziehung. Hunde lernen tatsächlich mit der Zeit, sich mit den Zähnen beim Menschen zurück zuhalten. Die Eltern müssen auch das Kind immer wieder darauf hinweisen, dass es dann in Richtung des Hundes richtig laut und gerne auch vorwurfsvoll »AUA« ruft. Falls gerade gespielt wurde, ist das Spiel sofort abzubrechen. Das Spielzeug wird weggeräumt. Beim Herumtoben kann man sich auch zusätzlich zum lauten »AUA« vom Hund abwenden. Der Hund lernt mit der Zeit, wenn ich auf meine Zähne nicht aufpasse, kann der Spass schnell vorbei sein.

 

TIPP

Verzichten Sie grundsätzlich von Anfang an auf quietschendes Spielzeug für den Hund. Der Hund könnte Zubeißen und schrilles Quietschen positiv mit Spaß verknüpfen. Und genau das wollen wir ja nicht. Für Eltern ist dieses »AUA« des Kindes übrigens auch ein klares Signal, sofort nach Kind und Hund zu sehen. Wobei wie schon mehrfach erwähnt jüngere Kinder sowieso niemals allein mit dem Hund zusammen sein dürfen.

 

C.4 VORBEITUNGSTRAINING FÜR DEN HUND, WENN EIN BABY IN DIE FAMILIE KOMMT

  • ohne Vorbereitung und Training kann die plötzliche Umstellung in 'seinem' Rudel für den Hund Stress bedeuten
  • insbesondere, dass der Hund plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt steht, kriegt er schnell mit
  • der Hund sollte deshalb schon in der Vorbereitungsphase hin und wieder lernen, dass er nicht immer die Nummer Eins ist
  • wenn absehbar ist, was der Hund in Zukunft alles nicht mehr darf, zum Beispiel auf das Sofa liegen, nicht ins spätere Kinderzimmer gehen, etc. sollte man das schon lange bevor das Baby kommt einführen und konsequent durchsetzen
  • der Hund verknüpft dann die für ihn negativen Veränderungen und Verbote nicht mit dem neuen Familienmitglied
  • dazu kommt: neue Gerüche, neue Geräusche können den Hund irritieren
  • wenn die künftige Mutter bisher Hauptbezugsperson des Hundes war, sollte der Partner nach und nach alle diese Funktionen wie Gassigehen, Futterzubereitung, Füttern, Bürsten, Schmusen, Tierarztgänge, etc. übernehmen
  • eine gute Grundlage für ein stressfreies Miteinander ist es, wenn der Hund bereits den Grundgehorsam gut beherrscht; die Begleithundeprüfung, wie sie in vielen örtlichen Hundevereinen angeboten werden, kann da nützlich sein; alternativ der Hundeführerschein in einer BHV Hundeschule oder ähnliches. Wenn der Hund draußen wie auch in der Wohnung in jeder Situation abrufbar ist, ist das ein großer Vorteil wenn das Kind da ist
  • die Signale die ein Hund beherrschen sollte, früher sagte man Hundekommandos dazu - sind mindestens: »SITZ«, »FUSS«, »BLEIB«, »HIER« und »AUF DEINEN PLATZ«
  • idealerweise wurden die Signale mit ihm schon lange bevor der Familiennachwuchs kommt, gut eingeübt und immer positiv verknüpft; insbesondere das sehr nützliche »AUF DEINEN PLATZ« darf nicht als Strafe empfunden werden - vielleicht wartet ja bei einer Trainingseinheit »AUF DEINEN PLATZ« bereits ein Superleckerli in seinem Körbchen
  • wenn das Signal »AUF DEINEN PLATZ« in eine verschließbare Hundebox führt und positiv verknüpft wird, weil zum Beispiel in der Box bereits ein vorab verstecktes Superleckerlie (z.B. ein Stückchen Saitenwurst) auf ihn wartet, wird er bald auf das Kommando begeistert in sein Box rennen; in einer späteren Phase des Trainings wird auch noch die Tür für kurze Zeit zu gemacht und nochmal mit einem Stückchen Saitenwurst durchs Gitter belohnt; nach kurzer Zeit lässt man ihn dann wieder raus; es ist ja nur Training

 

Geruchstraining als Vorbereitung

  • man kann schon einmal Babyutensilien, Puder, Öl, etc. beschaffen, damit sich der Hund an die neuen Gerüche gewöhnt
  • manchmal wird empfohlen, den Hund an einer gebrauchten Windel schnuppern zu lassen - der Nutzen ist aber sehr umstritten
  • möglicherweise lässt es sich einrichten, Freunde die bereits ein Baby haben, einfach mal kurz zu besuchen

 

Geräuschtraining als Vorbereitung

  • es gibt zum Training von Hunden im Handel CD's mit allerlei Geräuschen, auch Babygeräuschen
  • auch auf Youtube finden sich direkt abrufbar eine Vielzahl von Baby-Aufnahmen mit Schluckauf, niesend, schreiend, etc. auch diese sind als allererste Trainingseinheit einsetzbar

 

  • bitte beachten Sie: um so alltäglicher und stressfreier die Situation beim Training für den Hund ist, um so besser
  • die unvermeidbaren Änderungen im Leben des Hundes sollte er wenn immer möglich positiv verknüpfen, wenn er mal vielleicht durch eine Unachtsamkeit der Eltern in die Tabuzone Kinderzimmer gelangt, nicht bestrafen und schimpfen, sondern mit Superleckerli heraus locken
  • der Hund darf aber auch auf keinen Fall - trotz der veränderten Situation - auf einmal ausgegrenzt werden, er gehört selbstverständlich immer noch dazu, nur hat sich sein 'Rudel' vergrößert und manche neue Regeln sind einzuhalten
  • Was tun, wenn sich Probleme abzeichnen: Schalten Sie möglichst früh einen Hundetrainer oder spezialisierten Tierarzt ein, der Sie in dieser Situation unterstützen kann (siehe auch Abschnitt: PROFESSIONELLE HILFE: WER HILFT UNS - WENN WIR NICHT MEHR WEITER WISSEN)

 

PROFESSIONELLE HILFE: WER HILFT UNS - WENN WIR NICHT MEHR WEITER WISSEN

Im Zweifelsfall sollten Sie sich bei Problemen mit dem Hund frühzeitig professionelle Hilfe und Rat einholen. Der Tierarzt ihres Vertrauens ist sicher ein guter erster Ansprechpartner. Bei schwierigen Problemen kann ein spezialisierter Tierarzt für Verhaltensprobleme helfen. Wenn es sich um einfachere, (weg-)trainierbare Verhaltensprobleme handelt, kann zunächst auch eine Hundeschule die richtige Anlaufstelle sein. Manche Hundetrainer kommen sogar zu Ihnen nach Hause und schauen sich die Umstände des Problems ganz genau vor Ort an und geben Ihnen konkrete Trainingsratschläge.

 

D. DIE ALTERSTUFEN DES KINDES IM ZUSAMMENLEBEN MIT DEM HUND

D.1 Neugeborenes und Säuglingsalter

  • der Hund muss immer beaufsichtigt werden und darf niemals allein in der Nähe des Kindes sein
  • die No-Go-Areas für den Hund, also Tabu-Zonen wie das Kinderzimmer müssen konsequent eingehalten werden
  • idealerweise ist der Zugang zum Babybereich/Kinderzimmer zusätzlich durch ein Kindergitter mit Tür abgesperrt, so kann die Kinderzimmertür auch einmal kurz offen bleiben, der Hund kommt aber nicht hinein
  • das Vorbereitungstraining des Hundes sollte wie oben beschrieben möglichst frühzeitig begonnen worden sein
  • bestimmte Grundkommandos wie »BLEIB«, »HIER« und »AUF DEINEN PLATZ« sind jetzt besonders nützlich und sollten immer wieder geübt werden (sie auch Kapitel CHECKLISTEN)
  • wenn das Baby dann zuhause eintrifft, ohne jede Aufregung für den Hund mit der neuen Situation umgehen
  • dem Hund muss das Baby nicht gezeigt werden, er merkt schnell, dass es da ist und sich jetzt vieles ändert
  • wichtig ist, dass Frauchen und Herrchen in der neuen Situation Ruhe und Souveränität ausstrahlen
  • dann merkt der Hund: es ist alles ganz normal und richtig so

 

D.2 Das Kind im Krabbelalter

  • auch hier im Krabbelalter des Kindes gilt - erst recht: der Hund darf niemals allein in der Nähe des Kindes sein und muss immer beaufsichtigt werden
  • denn wenn das Kind nun mobil wird, kann dies den Hund verunsichern, wenn es auf einmal auf ihn zukommt
  • wenn dann das Kind auch noch zu laufen beginnt und sich ungelenk zappelnd und vielleicht quietschend und laut schreiend bewegt, kann das tatsächlich - in seltenen Fällen - unerwünschte Reaktionen beim Hund auslösen
  • auch darf das krabbelnde Kind niemals den ruhenden Hund stören
  • selbst wenn es voller Ungeschick auf den dösenden Hund stolpern sollte, ihm auf die Pfoten tritt oder gar auf ihn fällt - müssen die Eltern diese wirklich gefährlichen Situationen vorausschauend erahnen und sofort unterbinden
  • die Futterstelle des Hundes, Futter- und Wassernapf und sein 'privater' Rückzugsort, an dem er döst - sind für das Kind natürlich Tabuzonen
  • bedenken Sie, dass sich ein krabbelndes Kind und ein Hund - auch schon bei den kleinen Rassen, praktisch auf Augenhöhe begegnen
  • selbst ein leichter Abwehrbiss des Hundes kann da ihr Kind im Gesicht schwer verletzen
  • es ist also in dieser Phase eine ganz besonders vorausschauende Aufmerksamkeit der Eltern notwendig

 

GRUNDSÄTZLICH: KNURREN IST EIN GUTES ZEICHEN - DENN DER HUND HAT GEWARNT!

Wenn ihr Hund knurrt - seien Sie froh! Denn das ist ein Zeichen gelungener Sozialisation. Der Hund warnt sozusagen vor und sagt damit: "STOP! Jetzt ist es mir wirklich zu viel." Deshalb darf man nie mit dem Hund schimpfen, wenn er so kommuniziert. Dem Kind ist beizubringen, dass es auf das Knurren als Signal selbst achtet. Es muss dann sofort mit allem aufhören, was es gerade mit dem Hund macht und am besten sofort die Eltern auf das Knurren - also die Warnung des Hundes - hinweisen.

 

D.3 Das Kind im Kindergarten- und Vorschulalter

  • auch hier muss der Hund immer beaufsichtigt werden und darf niemals allein in der Nähe des Kindes sein
  • ab etwa vier Jahren sind Kinder in der Lage zum richtigen Umgang mit dem Hund erzogen zu werden
  • das Kind muss nun die Tabuzonen des Hundes, seinen Korb, seine Futterstelle, seinen Lieblingsruheplatz absolut respektieren und ihn dort in Ruhe lassen
  • mit dem Älter werden kann es nach und nach zum richtigen Verhalten gegenüber dem Hund angehalten werden
  • dazu gehört, nicht vor dem Hund wegzulaufen, denn das kann bei ihm ein Jagdverhalten auslösen
  • wenn der Hund streicheln oder knuddeln nicht mag, muss das Kind dies erkennen können und unterlassen
  • Eltern sollten auf die entsprechenden Beschwichtigungssignale des Hundes achten und auch das Kind darauf hinweisen
  • Aggressionen gegen den Hund oder gar Tierquälerei (am Schwanz ziehen, in die Ohren kneifen, etc.) müssen von den Eltern sofort unterbunden werden
  • die Eltern sollten nun je nach Entwicklungsgrad des Kindes erstes Wissen und Verständnis über Hunde generell vermitteln, was ist ein Hund überhaupt, warum hat er eine so große Nase hat und so große Zähne, etc., welche Signale er aussendet und welche Bedürfnisse er hat.

 

NICHT JEDER HUND IST SO WIE DER EIGENE

Als Hundebesitzer erlebt man es immer wieder: fremde Kinder kommen unterwegs auf den eigenen Hund zu gestürmt - "Wir haben auch einen Hund! Darf man den streicheln?" und dabei sind sie dem Hund schon viel zu nahe gekommen. Eltern müssen ihren Kindern unbedingt so früh wie möglich klar machen, dass ein fremder Hund ganz anders sein kann, als der eigene. Wenn die eigene Fellnase Schmusen und Knuddeln liebt, kann ein anderer Hund - selbst wenn er exakt gleich wie der eigene ausschaut, das Geknuddeltwerden möglicherweise gar nicht leiden. Deshalb Abstand halten zu fremden Hunden. Da gelten dann ganz andere Regeln: Nicht auf den Hund zustürmen. Nicht vor dem Hund weg laufen. Nicht dem Hund in die Augen starren. Und schon gar nicht den fremden Hund knuddeln und streicheln - es sei denn der Besitzer ist dabei und stimmt ausdrücklich zu.

 

D.4 Das Kind im Grundschulalter

  • auch hier gilt noch: Hund und Kind müssen beaufsichtigt werden
  • erst wenn das Kind etwa acht bis zehn Jahre alt ist und sich die Eltern sicher sind, dass die beiden mit einander klar kommen, kann diese Regel nach und etwas gelockert werden
  • das Kind muss aber dann darauf aufmerksam gemacht werden, dass es sofort die Eltern dazu ruft, wenn sich etwas außergewöhnliches oder gar beängstigendes ereignet
  • wenn der Hund den Grundgehorsam sehr gut beherrscht, kann das Kind in Anwesenheit der Eltern und unter Ausnutzung ihrer Autorität auch schon mal die ersten Signale wie »SITZ« und Tricks wie »GIB PFOTE« üben, dabei nicht vergessen den Hund durch das KInd überschwänglich loben und belohnen, damit er dieses Training mit dem Kind als positiv verknüpft
  • die Eltern können dabei beobachten, ob der Hund seinen 'niedrigeren' Rang im Familienrudel unterhalb des Kindes akzeptiert
  • ab welchem Alter darf das Kind beim Gassigehen den Hund allein halten? Allein darf das Kind auf keinen Fall mit dem Hund auf die Gassitour. Die Eltern haben eindeutig über beide die Aufsichtspflicht. Und die Leine halten, wenn die Eltern mit dabei sind? Die Antwort hängt von vielem ab. Eltern sollten sich fragen: Was passiert wenn plötzlich eine Katze auftaucht? Zieht der Hund dann das Kind an der Leine über die Straße? In ein Auto? Oder was passiert wenn ein anderer, vielleicht aggressiver Hund den eigenen Hund angeht? Kann das Kind den eigenen Hund dann noch kontrollieren? Es geht dabei um Sekunden.
  • egal wie man sich entscheidet, es bleibt immer die volle Verantwortung bei den Eltern
  • Tipp: ideal ist hier das umzäunte Gelände eines Hundevereins, in dem das Kind mit dem Hund üben kann; manche bieten auch spezielles Kurse für Kinder an

 

DEM KIND KLAR MACHEN: WENN ZWEI HUNDE MITEINANDER KÄMPFEN MUSS ES SICH ABSOLUT FERN HALTEN

Auf der Gassitour unterwegs ist vieles nicht planbar. Hundebesitzer kennen das - viele haben es schon erlebt: plötzlich kommt uns unterwegs ein freilaufender Hund entgegen. Im besten Fall friedlich. Schon ist er bei unserem Hund. Doch auch unter Hunden gibt es Missverständnisse und im schlimmsten Fall entwickelt sich daraus ein heftiger Hundekampf. Für ein kleineres Kind, das hier dazwischen gerät, kann es ernsthaft lebensgefährlich werden! Eltern müssen ihren Kindern immer wieder klar machen, dass es sich von kämpfenden Hunden immer (!) fern zu halten hat. Niemals dürfen Kinder zwischen kämpfende Hunde gehen!

 

D.5 Jugendliche und Hund

  • die Frage die sich jeder Jugendliche irgendwann im Hundehaushalt stellt, ab welchem Alter darf ich allein mit dem Hund Gassi gehen? Eine wesentliche Frage dabei ist, ob das Kind schon entsprechende Reife besitzt, um verantwortlich den Hund zu kontrollieren
  • das hängt immer sehr vom Einzelfall ab, eine vierzehn Jährige mit 40 Kilo sollte sicher nicht mit einem Rottweilerrüden von 50 Kilo auf die Straße gehen, während ein gut erzogener Malteser schon eher von ihr ausgeführt werden könnte;
  • wie so oft tragen hier letztendlich die Eltern die Verantwortung, solange man ihnen eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorwerfen könnte
  • eine entsprechende Haftpflichtversicherung für die Familie allgemein und dazu noch eine Hundehaftpflicht speziell für den Vierbeiner ist da dringend zu empfehlen; denken Sie nur einmal daran, wenn sich der Hund los reißt und auf eine vielbefahrene Straße läuft, ein Unfall passiert, ein Radfahrer schwer stürzt, etc.
  • im Jugendlichenalter ab etwa 14 Jahren bieten sich jedoch auch eine Vielzahl Möglichkeiten an, die Jugendlichen in Hundesportvereinen geboten werden und auf dem Hundeplatz mit einem eingezäunten Gelände unter Aufsicht und Anleitung von Hundetrainern machen können; am besten ist es einfach Mal per Internet mit einem Verein Kontakt aufzunehmen und nach zu fragen
  • es sind hier wirklich viele tolle Aktivitäten mit dem Hund möglich, wie Dogdancing, Flyball, Fährtenarbeit, Hundefrisbee, Mantrailing, Longieren mit Hund, Obedience, etc.
  • eine anspruchsvolle Aufgabe für Jugendliche mit Hund ist die Begleithundeprüfung, über die jeweiligen Modalitäten informieren die Vereine oder auch der Hundeführerschein bei verschiedenen Hundeschulen
  • dazu gehört dann auch schon ein Sachkundenachweis, der durch Bestehen einer theoretischen Prüfung nachgewiesen werden muss; ein Herausforderung für Jung und manchmal erst recht für Alt, denn viel von unserem althergebrachten Hundewissen ist in der Zwischenzeit total überholt - die Jugend kann sich da also tatsächlich beweisen

 

D.5.1 zu beachten: in der Pubertät und später

  • mit der Pubertät und später entwickeln sich bei den 'Kindern' oft ganz neue Interessen
  • während bisher die Versorgung des Hundes, Futterzubereitung, Gassigehen, Tierarzt, etc. für Jugendliche selbstverständlich war, kann sich nun einiges ändern
  • der erste Freund, die erste Freundin
  • Partys, Urlaub, Reisen können da auf einmal wichtiger werden, als der Hund
  • oft wird eine Ausbildung oder Studium in einer anderen Stadt begonnen
  • für die Eltern bedeutet dies, dass sie möglicherweise den Hund wieder weitgehend allein versorgen müssen
  • das ist für die meisten Familien kein Problem, dennoch sollte man diese Phase in der Lebensplanung bedenken

 

E. FÜR EIN HARMONSCHISCHES FAMILIENLEBEN MIT HUND

E.1 die Rangordnung im Familienrudel - ein schwieriges Thema

  • das Thema Rangordnung in der Familie - Kind vor Hund - ist problematisch und oft auch umstritten
  • natürlich kommt der Hund im Familienrudel immer an letzter Stelle - doch weiß er das auch?
  • im 'echten' Rudel in der Natur beim Wolf ergibt sich die Rangfolge aus der physischen und mentalen Stärke der einzelnen Mitglieder und wird immer wieder mal mehr oder weniger heftig neu geregelt
  • natürlich wäre es vollkommener Unsinn Kleinkind und Hund das unter sich selbst regeln zu lassen, selbst ein kleiner Chihuahua kann ein Krabbelkind schwer verletzen
  • die Konsequenz: die Eltern müssen geschickt eingreifen und die Rangfolge in der Familie regeln
  • dennoch: Hunde merken schnell, dass ihnen der krabbelnde, menschliche Vierbeiner in Wirklichkeit - nicht - überlegen ist
  • ein Kind kann sich eben allein physisch gegen den Hund praktisch gar nicht behaupten
  • die Eltern können aber die Rangordnung vorleben - und das geht so: siehe nachfolgender Abschnitt

 

E.2 Regeln für den Hund - und seine Menschen um Rangordnung in der Familie praktisch vorzuleben

  • das Kind bekommt immer zuerst sein Essen, erst dann wird der Hund gefüttert - immer Kind vor Hund!
  • der Hund bekommt grundsätzlich keine Reste vom Tisch
  • das Kind auf dem Arm der Eltern geht zuerst durch eine Tür, dann erst folgt der Hund, immer Kind vor Hund!
  • dasselbe gilt auch für den Kinderwagen, immer Kind vor Hund!
  • wenn der Hund sich unerlaubterweise doch zuerst vor drängt, die Situation ganz ruhig korrigieren - alles zurück auf Anfang und solange wiederholen, bis es klappt - den Hund dabei aber niemals beschimpfen oder gar bestrafen
  • wenn ein Elternteil heimkommt oder Besucher in die Wohnung kommen, wird der Hund zunächst vollständig ignoriert, auch wenn er sich noch so aufdrängt oder kläfft einfach links liegen lassen - so tun als gäbe es ihn gar nicht
  • denn als erstes wird ganz natürlich das 'ranghöhere' Kind begrüßt, den Hund nicht mal angucken
  • danach, wenn der Hund sich wirklich beruhigt hat, auch ihn begrüßen ... dann darf er auch herzlich geknuddelt werden
  • für den Hund heisst das: man mag mich ... ist ja schon mal nicht schlecht ... und ich gehöre auch dazu - aber ich stehe ganz unten

 

E.2 Spiele für Hund und Kinder (je nach Alter)

  • Intelligenzspiele - für den Hund (!) (gibt es im Handel)
  • Apportieren z.B. von Spielzeug / Bringspiele
  • versteckte Leckerlie suchen, der Hund macht »SITZ« und »BLEIB«, dann etwas in der Wohnung verstecken, auf »SUCH« geht es los
  • Pfote geben (rechts, links) mit »GIB PFOTE«
  • Give-me-five (wie Pfote geben, nach oben)
  • Männchen machen (nur bei kleinen Hunden)
  • Häschen machen (wie Männchen aber im Sitzen)
  • Rolle machen
  • Zerrspiele (nur für ältere Kinder min. 10 Jahre alt und die deutlich stärker sind als der Hund - sonst besser ganz weglassen)
  • Frisbee und Ballspielen im Freien
  • Dogdancing
  • Longieren
  • Obedience
  • u.v.a.m.

 

HINWEISE ZU DEN CHECKLISTEN

Für den versierten Leser mit gutem Hintergrundwissen zum Hund reichen Checklisten oft aus, um das Wesentliche und Beachtenswerte mit einem schnellem Zugriff in Erinnerung zu rufen. Deshalb hier das Wesentliche in kürzester Form. Wenn Sie Details dazu benötigen, lesen Sie dazu den Text von oben oder auch weiter führende Literatur dazu.

 

F. CHECKLISTEN ZU ERZIEHUNGS- UND ORGANISATIONS-FRAGEN IM KINDER-HUNDE-HAUSHALT

  • Regel Nr.1 ist wie bereits mehrfach erwähnt: Hund und Kind dürfen niemals unbeaufsichtigt allein zusammen sein
  • Eltern müssen jederzeit mit der Autorität des Rudelführers eingreifen können
  • es müssen klare Regeln für Hund und Kind aufgestellt werden, z.B. den Hund niemals zu ärgern oder zu reizen
  • weiter werden sowohl für den Hund als auch das Kind eindeutige, räumliche Tabuzonen (No-Go-Areas) festgelegt und konsequent durchgesetzt;
  • gehen Sie davon aus, dass der Hund immer austesten wird, ob seine Regeln wie die Tabuzonen immer noch gelten oder vielleicht aktuell ausgesetzt sind, weil Frauchen mit der besten Freundin telefoniert oder Herrchen Fußball guckt
  • die Regeln werden aufgestellt und von allen Familienmitgliedern konsequent eingehalten, denn in der Konsequenz liegt das Geheimnis - der Hund muss immer wissen, wenn ich das tue, wird immer (!) jenes passieren

 

F.1 CHECKLISTE ZUR ERZIEHUNG VON KINDERN IN EINEM HUNDEHAUSHALT

F.1.1 zur Erziehung des Kindes ab etwa dem Kindergartenalter gehört Wissensvermittlung

  • ein Hund kann Schmerzen haben und sich weh tun - wie ein Mensch
  • ein Hund kann krank sein, ja sogar Zahnschmerzen und Bauchweh haben - dann muss er zum Tierarzt
  • weil Hunde keine Hände haben, nehmen sie vieles in den Mund
  • durch die große Nase riecht er viel besser als wir Menschen
  • auch hört er viel besser
  • aber: besser sehen tut er nicht
  • Hunde haben eine ganz andere Sprache als wir Menschen - und vieles von dem was wir sagen kann er nicht verstehen, manchmal aber erahnen was gemeint ist
  • der Hund spricht mit seiner Körpersprache, Ohren, Augen, Maul, Schwanz, Körperspannung und seinem Verhalten - das muss man ganz genau beobachten, um zu wissen was er jetzt in Hundesprache sagt
  • wenn ein Hund knurrt ist das eine Warnung - dass es ihm jetzt total reicht
  • dem Kind erklären, egal was das Kind gerade mit dem Hund macht, wenn er knurrt sofort damit aufhören und weg gehen
  • einen schlafenden Hund darf das Kind niemals wecken, anfassen oder gar erschrecken
  • auch den Hund niemals beim Fressen oder Trinken stören
  • das Kind darf den Hund niemals in Bedrängnis bringen, der Hund darf nicht das Gefühl haben, dass er aus einer für ihn unangenehmen Situation, z.B. wenn das Kind ihn unter dem Tisch in die Enge treibt - nicht mehr ausweichen kann
  • auf den Hund aufsitzen und als Reittier verwenden, auch wenn es lustig aussehen mag, bedrängt den Hund und muss unterbleiben
  • der Hundekorb oder die Hundebox sind der absolute Privatbereich des Hundes, von dort darf man ihn nur her rufen - wenn er aber nicht kommen will, muss man das akzeptieren - oder ihm seine Lieblingsleckerlie anbieten oder ihn mit seinem Spielzeug wie zum Beispiel einem Ball heraus locken

 

F.1.2 besondere Erziehungsregeln für das Kind im Zusammenleben mit dem Hund:

  • der Ruheplatz des Hundes ist 'privat'! - das müssen die Eltern dem Kind ganz deutlich machen; wenn er sich dorthin zurückziehen will muss er das jederzeit können und darf dort absolut nicht gestört werden; der Ruheplatz des Hundes ist eine absolute Tabuzone für das Kind
  • das Kind darf den Hund nicht wie ein Plüschtier oder Spielzeug behandeln. herumzerren oder herumtragen wollen
  • den Hund nicht treten oder schubsen
  • den Hund nicht an den Ohren oder Schwanz ziehen - jede Art von Tierquälerei muss sofort unterbunden werden; dem Kind muss sofort klar gemacht werden, dass das dem Hund weh tut: "Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz!"
  • den Hund nicht ärgern oder reizen, kitzeln, anpusten, in die Ohren kneifen, etc.
  • dem Hund nichts weg nehmen - auch nicht das Kinderspielzeug, das sollen ggf. die Eltern machen
  • den Hund nicht anschreien (einzige Ausnahme: beim Training der Beisshemmung ist ein lautes »AUA« in Richtung Hund erwünscht, siehe auch Training der Beisshemmung)
  • Kinder und Hund werden nur durch die Eltern erzogen, weder erziehen die Kinder den Hund (das können sie verantwortlich nicht) noch erzieht der Hund die Kinder (auch so etwas soll gelegentlich schon vorgekommen sein).
  • dem Hund nicht direkt in die Augen starren, unter Hunden kann dieses Anstieren als ein Zeichen von Aggression und Rangordnungsproblemen aufgefasst werden - daher sollten Kinder, die oft noch fast auf Augenhöhe des Hundes sind - insbesondere im Krabbelalter, entsprechend immer darauf hingewiesen werden, dies zu unterlassen: Nicht in die Augen des Hundes starren!
  • wenn zwei Hunde miteinander kämpfen, darf das Kind niemals dazwischen gehen, zum Beispiel wenn beim Gassigehen das Kind dabei ist
  • wenn ein Hund auf das Kind zugerannt kommt, soll es ganz ruhig stehen bleiben - nicht schreien, die Arme und Hände am Körper anlegen, nicht den Hund ansehen und sich langsam vom Hund wegdrehen, also umdrehen - und wenn der Hund dann das Kind umläuft, immer wieder wegdrehen
  • wenn das Kind am Hund etwas beobachtet hat, auch wenn es wegen des Hundes Angst hat, soll es den Eltern davon erzählen oder sie gleich dazu rufen; dann mit dem Kind ausgiebig über die Situation sprechen und ggf. auch die Sicht des Hundes erklären

 

F.1.3 organisatorische Maßnahmen

  • Kinder- und Hundespielzeug werden strikt von einander getrennt
  • Hundespielzeug gibt es oft in gelb, wenn möglich 'gehört' dem Hund alles Gelbe, ein gelber Ring, ein gelber Ball, etc. alles andere Spielzeug 'ist' Kind
  • beiden Parteien wird klar gemacht und konsequent eingehalten: Gelb 'ist' Hund
  • es soll grundsätzlich kein unbenutztes Spielzeug herumliegen - Spielzeug wird nach dem Spielen also immer gleich weggeräumt
  • wenn sich der Hund auf seinen Ruheplatz zurückzieht, heißt das für das Kind: jetzt ist Schluss mit lustig - der Hund will nicht mehr
  • das Kind darf den Hund erst dann selbst an der Leine führen, wenn es physisch und mental in der Lage ist den Hund auch noch dann sicher zu kontrollieren, wenn zum Beispiel eine Katze direkt vor dem Hund auftaucht; in vielen Fällen wird das erst im Jugendlichenalter ab ca. 14 Jahre oder je nach Hund sogar noch später sein; die Verantwortung im Rahmen der Aufsichtspflicht liegt bei den Eltern
  • alle zweibeinigen Familienmitglieder sollten künftig gegen Tetanus geimpft sein - sprechen Sie dazu am besten ihren Hausarzt an

 

F.2 CHECKLISTE: VORBEITUNGSTRAINING FÜR DEN HUND, WENN DAS BABY NACH IHM IN DIE FAMILIE KOMMT

  • ohne Vorbereitung und Training kann die plötzliche Umstellung in 'seinem' Rudel für den Hund Stress bedeuten
  • insbesondere, wenn der Hund plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt steht, kriegt er das schnell mit
  • der Hund sollte deshalb schon in der Vorbereitungsphase hin und wieder lernen, dass er nicht immer die Nummer Eins ist
  • wenn absehbar ist, was der Hund in Zukunft alles nicht mehr darf, zum Beispiel auf das Sofa liegen, nicht ins spätere Kinderzimmer gehen, etc. sollten man das schon lange bevor das Baby kommt einführen und konsequent durchsetzen
  • der Hund verknüpft dann die für ihn negativen Veränderungen und Verbote nicht mit dem neuen Familienmitglied
  • dazu kommt: neue Gerüche, neue Geräusche können den Hund irritieren
  • wenn die künftige Mutter bisher Hauptbezugsperson des Hundes war, sollte der Partner im Vorfeld nach und nach alle diese Funktionen wie Gassigehen, Futterzubereitung, Füttern, Bürsten, Schmusen, Tierarztgänge, etc. übernehmen
  • eine gute Grundlage für ein stressfreies Miteinander ist es, wenn der Hund bereits den Grundgehorsam gut beherrscht; die Begleithundeprüfung, wie sie in vielen örtlichen Hundevereinen angeboten werden, kann da nützlich sein; wenn der Hund draußen wie auch in der Wohnung in jeder Situation sicher abrufbar ist, ist das ein großer Vorteil wenn das Kind da ist
  • die Signale die ein Hund beherrschen sollte, früher sagte man Hundekommandos dazu - sind mindestens: »SITZ«, »FUSS«, »BLEIB«, »HIER« und »AUF DEINEN PLATZ«
  • idealerweise wurden die Signale mit ihm schon lange bevor der Familiennachwuchs kam, gut eingeübt und immer positiv verknüpft; insbesondere das sehr nützliche »AUF DEINEN PLATZ« darf nicht als Strafe empfunden werden - vielleicht wartet ja bei einer Trainingseinheit »AUF DEINEN PLATZ« bereits ein Superleckerli in seinem Körbchen
  • wenn das Signal »AUF DEINEN PLATZ« in eine verschließbare Hundebox führt und positiv verknüpft wird, weil zum Beispiel in der Box bereits ein vorab verstecktes Superleckerlie (z.B. ein Stückchen Saitenwurst) auf ihn wartet, wird er bald auf das Kommando begeistert in sein Box rennen; in einer späteren Phase des Trainings wird auch noch die Tür für kurze Zeit zu gemacht, Signal »PLATZ« und nochmal ein Sückchen Saitenwurst; nach kurzer Zeit lässt man ihn dann wieder raus; es ist ja nur Training
  • bitte beachten Sie: um so alltäglicher und stressfreier die Situation beim Training für den Hund ist, um so besser
  • die unvermeidbaren Änderungen im Leben des Hundes sollten er wenn immer möglich positiv verknüpfen, wenn er mal vielleicht durch eine Unachtsamkeit der Eltern in die Tabuzone Kinderzimmer gelangt, nicht bestrafen und schimpfen, sondern mit Superleckerli heraus locken
  • der Hund darf aber auch auf keinen Fall - trotz der veränderten Situation - auf einmal ausgegrenzt werden, er gehört selbstverständlich immer noch dazu, nur hat sich sein 'Rudel' vergrößert und manche neue Regeln sind einzuhalten
  • Was tun, wenn sich Probleme abzeichnen: Schalten Sie möglichst früh einen Hundetrainer oder spezialisierten Tierarzt ein, der Sie in dieser Situation unterstützen kann (siehe auch Abschnitt: PROFESSIONELLE HILFE: WER HILFT UNS - WENN WIR NICHT MEHR WEITER WISSEN)

 

F.2.1 Geruchstraining als Vorbereitung

  • man kann schon einmal Babyutensilien, Puder, Öl, etc. beschaffen, damit sich der Hund an die neuen Gerüche gewöhnt
  • manchmal wird empfohlen, den Hund an einer gebrauchten Windel schnuppern zu lassen - der Nutzen ist aber sehr umstritten
  • möglicherweise lässt es sich einrichten, Freunde die bereits ein Baby haben, einfach mal kurz zu besuchen

 

F.2.2 Geräuschtraining als Vorbereitung

  • es gibt zum Training von Hunden im Handel CD's mit allerlei Geräuschen, auch Babygeräuschen
  • auch auf Youtube finden sich direkt abrufbar eine Vielzahl von Baby-Aufnahmen mit Schluckauf, niesend, schreiend, etc. auch diese sind als allererste Trainingseinheit einsetzbar

 

F.3 CHECKLISTE ZUR ERZIEHUNG VON HUNDEN IN EINEM HAUSHALT MIT KINDERN

F.3.1 zur Erziehung des Hundes gehört

  • verzichten Sie grundsätzlich von Anfang an auf quietschendes Spielzeug für den Hund
  • durch quietschendes Spielzeug könnte der Hund Zubeißen und schrilles Quietschen positiv verknüpfen; falls er nämlich an dem lauten Geräusch beim Zuschnappen seiner Kiefer Gefallen findet, könnte er das Aufschreien eines Kindes bei einer Verletzung ebenfalls als Teil des Spiels auffassen
  • jegliches Hundespielzeug ist reines Hundespielzeug und für die Kinder tabu
  • idealerweise ist das Spielzeug des Hundes gelb und damit leicht vom Kinderspielzeug in den anderen Farben zu unterscheiden; außerdem wird Gelb häufig als Farbe bei Hundespielzeug angeboten
  • der Hund hat Tabuzonen, die er nicht betreten darf, insbesondere das Kinderzimmer
  • Beißhemmung trainieren: Die Beißhemmung ist eine Erziehungsaufgabe. Ein Welpe weiß ja gar nicht, wie nadelspitz seine Zähne sein können. Während seine Wurfgeschwister mit dickem Fell noch so manches Zwicken mit den Zähnen leicht verkraftet haben, ist es bei uns Menschen und vor allem auch Kinder im Spiel ganz anders. Auch wenn der Hund nicht wirklich verletzen will, ein Schnappen nach dem Ball beim Spielen kann auch mal an der Hand enden. Dabei ist es wichtig, dem Hund deutlich und laut mit »AUA« zu zeigen, dass das weh tut. Es darf auch gern ein etwas jammerndes »AUAUAUAUA« sein. Es geht ja um Erziehung. Hunde lernen tatsächlich mit der Zeit, sich mit den Zähnen beim Menschen zurück zuhalten. Die Eltern müssen auch das Kind immer wieder darauf hinweisen, dass es dann in Richtung des Hundes laut »AUA« ruft. Falls gerade gespielt wurde, ist das Spiel sofort abzubrechen. Das Spielzeug wird weggeräumt. Beim Herumtoben kann man sich auch zusätzlich zum lauten »AUA« vom Hund abwenden. Der Hund lernt mit der Zeit, wenn ich auf meine Zähne nicht aufpasse, kann der Spass schnell vorbei sein.

 

F.3.2 organisatorische Maßnahmen zur Unterstützung der Hundeerziehung und in kritischen Situationen

  • unbenutztes Hunde- und Kinderspielzeug immer sofort wegräumen
  • wenn der Hund eine der Tabuzonen betritt - zum Beispiel das Kinderzimmer, ihn unverzüglich abbrufen - wenn er dann folgt für das Herkommen belohnen und die Kinderzimmertür schließen
  • Impfungen und Entwurmungen des Hundes immer auf dem neuesten Stand halten
  • den Hund nach jedem Gassigang routinemäßig auf Zecken absuchen
  • regelmäßige Gesundheit-Checks beim Tierarzt
  • die Tabuzonen des Hundes (No-Go-Areas) und damit Schutzräume des Kindes wie das Kinderzimmer werden sofort gegenüber dem Hund durchgesetzt
  • eine Hundehaftpflichtversicherung muss unbedingt abgeschlossen werden, eine Familienhaftpflicht ist ebenfalls sinnvoll

 

F.3.3 Hilfsmittel um Sicherheit zu organisieren

  • Kindergitter zum Absperren von Teilen des Wohnbereiches
  • eine Hundebox (ausreichend groß), wenn die Eltern auch nur kurzfristig (!) abgelenkt sind - es klingelt an der Tür, man möchte schnell duschen, ein Handewerker ist im Haus - dann ist der Hund schnell und sicher untergebracht
  • eine Hausleine
  • ein Maulkorb (nur für den Notfall)

 

F.3.4 Regeln für den Hund und seine Menschen zum Thema Rangordnung

  • Strategie: Rangordnung in der Familie mit Kindern und Hund wird organisiert und praktisch vorgelebt; das hat aber niemals etwas mit Strafe zu tun
  • die Botschaft dabei ist: der Hund gehört im Familienrudel mit dazu - wie alle anderen auch - aber immer an der letzten Stelle
  • das Kind bekommt immer zuerst sein Essen, erst wenn das Kind fertig ist wird der Hund gefüttert
  • der Hund bekommt grundsätzlich keine Reste vom Tisch
  • das Kind auf dem Arm der Eltern geht zuerst durch eine Tür, dann erst folgt der Hund
  • dasselbe gilt auch für den Kinderwagen, immer Kind vor Hund
  • wenn der Hund sich unerlaubterweise doch zuerst vor drängt, die Situation ganz ruhig korrigieren und solange wiederholen, bis es klappt - den Hund aber niemals beschimpfen oder gar bestrafen
  • wenn ein Elternteil heimkommt oder Besucher in die Wohnung kommen, wird der Hund zunächst vollständig ignoriert, auch wenn er sich aufdrängt oder kläfft einfach links liegen lassen
  • das Kind wird immer als erstes begrüßt, den Hund dabei nicht mal angucken - weisen Sie ihre Besucher unbedingt auf dieses Prozedere hin
  • danach, wenn der Hund sich wirklich beruhigt hat, auch ihn begrüßen ... dann darf er auch herzlich geknuddelt werden
  • für den Hund heißt das: man mag mich ... ist ja schon mal nicht schlecht ... und ich gehöre auch dazu - aber halt ganz hinten am Schluss

 

F.4 CHECKLISTE DER GRUNDEGENDEN SIGNALE (HUNDEKOMMANDOS) IM HAUSHALT MIT KINDERN

  • ein gut erzogener Hund im Haushalt mit Kindern, insbesondere Kleinkindern sollte eine Reihe grundlegender Signale (Hundekommandos) gut beherrschen
  • diese müssen frühzeitig gelernt und immer wieder durch Training aufgefrischt werden
  • die Bezeichnung des Signals (früher sagte man Hundekommando dazu) als solches bestimmen Sie selbst: mit dem Signal »HIER« oder »HIERHER« oder »KOMM HER« oder »KOMM ZU MIR«, etc. ist also immer dasselbe gemeint
  • Übersicht über grundlegende Signale:
    • Signal »BLEIB«: der Hund bleibt wo er ist, egal ob im Stehen, Sitzen oder Platz
    • Signal »HIER«: Abruf des Hundes zu seinem Frauchen oder Herrchen, er kommt unverzüglich hergelaufen
    • Signal »AUF DEINEN PLATZ«: der Hund geht in seinen Korb, seine Ecke oder Hundebox
    • Signal »SITZ«: der Hund setzt sich und wartet auf das nächste Signal
    • Signal »PLATZ«: der Hund legt sich ruhig hin und wartet auf das nächste Signal
    • Signal »FUSS«: der Hund geht mit oder ohne Leine - direkt am Fuss des Hundeführers mit, das gilt auch wenn er neben Frauchen mit Kinderwagen herläuft
    • Signal »HINTER«: der Hund geht hinter dem Hundeführers her, das ist besonders beim Gassigehen an engen Stellen nützlich, wenn man mit Kinderwagen unterwegs ist

     

 

 

 

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