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Einen Hund stubenrein zu bekommen, erfordert vor allem eines: Geduld. Denn als Wolf im Hundepelz bringt er genetisch in Bezug auf unsere Hygienevorstellungen in Wohnzimmer und Flur nur wenig mit. Daran sollten wir denken und ihm das liebevoll nachsehen, wenn mal ein 'Malheur' passiert. Was wir uns aber zu Nutze machen können ist sein natürliches Reinhaltebedürfnis. Bis zu seiner Nasenspitze wird er seinen Liegeplatz ganz sicher sauber halten und wird auch als Welpe mindestens ein paar Schritte gehen um dann etwas entfernt sein Geschäft zu machen. Und genau dieses natürliche Reinhaltebedürfnis kultivieren wir und weiten es immer mehr aus. Systematisch und konsequent in dem nachfolgenden Training.

 

 

 

Hinweis für selbständige Hundetrainer: Die Novelle des Tierschutzgesetzes hat viele neue Regelungen aber auch eine grosse Verunsicherung gebracht. Wir haben deshalb für Hundetrainer ein Forum zum Erfahrungsaustausch eingerichtet. Die Teilnahme ist kostenlos und soll im Bedarfsfall der Koordination von Sammelklagen dienen. Weitere Infos dazu im -> Hunde-Trainer-Forum .

 

 

CHECKLISTE : Stubenrein-Training

A. VORBEMERKUNG

A1. Hintergrund

  • die vorliegende Dokumentation unterliegt den Qualitätsanforderungen an HUNDE-RING Leitlinien
  • mit der Veröffentlichung wollen wir den kontinuierliches Verbesserungsprozess unserer Leitlinien unterstützen
  • insbesondere die Anpassung an neue Erkenntnisse aus dem Bereich der Verhaltensbiologie des Hundes
  • deshalb sind Ergänzungen und Kommentare auch von nicht HUNDE-RING Mitgliedern ausdrücklich erwünscht.
  • wenn Sie als Wissenschaftler im weiten Umfeld der Kynologie tätig sind, würden wir uns über ihre Anregungen sehr freuen
  • Die Pflege des Dokuments erfolgt über das HUNDE-RING Netzwerk. Weitere Infos -> HUNDE-RING Netzwerk.
  • Es wird auf jegliche Form von Bestrafung verzichtet und lediglich mit positiver Verstärkung gearbeitet.
  • In diese Dokumentation sind Wissen und Erfahrung vieler Hundeexperten eingeflossen - dennoch gilt: jeder Hund ist anders, jeder Hundehalter ist anders und jede soziale Situation ein Einzelfall. Deshalb kann im Detail im begründeten Einzelfall von dieser Leitlinie abgewichen werden.

 

A2. Qualitätsanforderungen

  • Vorbild der HUNDE-RING Leitlinien sind die evidenzbasierenden AWMF-Leitlinien der Humanmedizin
  • AWMF steht für Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
  • was sich im Bereich der Humanmedizin bis in die Psychotherapie hinein z.B. beim 'Stottern' bewährt hat, ist auch für uns ein Maßstab, um uns ständig weiter zu verbessern
  • diese ständige Verbesserung erfordert Offenheit: nur so ist eine Methodendiskussion möglich
  • wann immer möglich wird dabei auch der Hundehalter in die HUNDE-RING Leitlinien als der wesentliche Erfolgsfaktor mit einbezogen und die Ansprüche an ihn als Erfolgsvoraussetzung klar vermittelt.
  • wenn im Einzelfall kein Konsens gefunden werden, besteht die Möglichkeit eine Minderheitenmeinung in die Dokumentation aufzunehmen.

 

A3. Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

  • Als Plattform für die Pflege dieser Dokumentation dient das HUNDE-RING Netzwerk
  • Die Teilnahme ist kostenlos. Auch Nicht-HUNDE-RING Mitglieder dürfen gerne mitarbeiten
  • Die Bereitschaft und Befähigung zu wissenschaftlichem Arbeiten ist erwünscht
  • Weitere Infos -> HUNDE-RING Netzwerk.

 

 

A4. Entscheidend ist - was Hund und Hundehalter nachhaltig erreicht

  • zentraler Schwerpunkt der Abläufe ist, was letztendlich effektiv beim Hund und Hundehalter ankommt und die gewünschte Veränderung nachhaltig erreicht
  • dazu ist neben aller Theorie die praktische Umsetzbarkeit entscheidend
  • Wir setzen das um durch: Checklisten, Meilensteine, Best-Practices, Fallstudien, jeweils unterstützt in unseren -> themenbezogenen Diskussionsforen.

 

 

B. INHALTSVERZEICHNIS

A. Vorbemerkung

B. Inhaltsverzeichnis

C. Einleitung

D. Hauptteil

- Teil I - Stubenreinheit beim Welpen

- Teil II - Stubenreinheit bei einem Abgabe-Hund bzw. einem Hund aus dem Tierschutz

- Teil III - Stubenreinheit beim Hund mit Migrationshintergrund

- Teil III - Stubenreinheit bei Hundesenioren

- Teil IV - Stubenreinheit bei Hunden in bestimmten Situationen

E. Nachwort

F. Anhang

F1. Fallstudien

F2. Experten-Netzwerk

F3. Dokumentenpflege und Diskussionsforum

G. Quellenverzeichnis

 

Diese Dokumentation ist Bestandteil der HUNDE-RING Qualitätssicherung. Das Wissen über die Verhaltensbiologie des Hundes entwickelt sich ständig weiter. Falls Sie als Verhaltensbiologe oder Tiermediziner Anregungen oder Verbesserungsvorschläge hierzu haben freuen wir uns ganz besonders. Bitte wenden Sie direkt an unseren Arbeitskreis HUNDE-RING Leitlinien im -> HUNDE-RING Netzwerk.

 

 

C. EINLEITUNG

 

 

C1. AUSGANGSLAGE

  • die wesentlichen Elemente für das Stubenreinheit-Training sind: fundiertes Fachwissen, Organisation, konsequente Umsetzung
  • der Welpe kennt kein gut und falsch. Für ihn ist der teure Perserteppich genauso richtig wie die Hundewiese. Durch konsequentes Training und viel Geduld werden wir ihn zur Stubenreinheit erziehen.
  • Dabei sind Hunde von Natur aus so ausgelegt, dass sie ihren unmittelbaren Lagerbereich nicht beschmutzen. Diese Eigenschaft machen wir uns in der Hundeerziehung zur Stubenreinheit zunutze.
  • Ein Welpe muss sich etwa alle 2 Stunden lösen. Ebenso nach jedem Aufwachen, jeder Fütterung, Spielen und auch nach längeren Autofahrten. Das bedeutet für Sie dass sie mit dem Hund raus müssen. Bei jedem Wetter!
  • Als Faustregel gilt: Welpen unter drei Monaten müssen sich etwa alle zwei Stunden lösen, im Alter von drei bis vier Monaten alle drei Stunden, und im Alter von fünf bis sechs Monaten etwa alle vier Stunden.
  • Die Zeiträume können dann langsam ausgedehnt werden.
  • Beim erwachsenen Hund sollten es mindestens drei- bis viermal am Tag sein.
  • Zu beachten ist auch, dass ein Welpe erst ab etwa der 16.ten Woche seine Blase und Darm kontrollieren kann.
  • Trainingsziel ist es, den Hund dazu zu bringen nur noch an seinem 'Löseplatz' sein Geschäft zu verrichetn.
  • Zu beachten ist dabei: erst dann einen Gassigang zu beenden, wenn der Hund sich gelöst hat – auch wenn es sehr lange dauert.
  • Bedenken Sie dabei aber auch, dass wie wir Menschen auch jeder Hund anders ist, beim einen klappt es früher, beim anderen später. Bleiben Sie immer geduldig. Auch bei Rückschlägen.
  • Verstehen Sie die Stubenreinheit ihres Hundes als einen Lernprozess: von ihrem Hund und von Ihnen. Ihr Hund muss dabei auch lernen seinen Schließmuskel zu kontrollieren. Planen Sie mindestens 8 bis 12 Wochen ein. Machen Sie sich auf Rückschläge gefasst - denn das ist normal.
  • Manche Hunde sind erst ab dem siebten Monat stubenrein.
  • Es kann auch im Extremfall bis zu einem Jahr dauern, bis der Hund zuverlässig stubenrein ist.

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Wichtig! Wenn der Hund sein 'Pippi' in der Wohnung nicht halten kann, liegt evtl. auch eine Krankheit wie zum Beispiel eine Blasenentzündung vor. Lassen Sie deshalb im Zweifelsfall den Hund vom Tierarzt untersuchen.

 

C2. ÜBERBLICK

  • Es gibt generell kein Patentrezept, mit dem man einen Hund stubenrein bekommt
  • Grundsätzlich müssen wir aber vier sehr verschiedene Ausgangssituationen unterscheiden
  • Je nachdem welche Ausgangslage vorliegt - müssen wir sehr unterschiedliche Strategien anwenden
  • Ein Welpe, der bereits optimal vom Züchter auf Stubenreinheit vorbereitet wurde, ist ganz anders zu behandeln, als ein erwachsener Hund aus dem Tierschutz, der vielleicht sein ganzes Leben seit seiner Welpenzeit in Zwingerhaltung auf Beton und kleinstem Raum verbracht hat - ohne jemals stubenrein zu sein.

 

ÜbersichtFall 1: Wir bekommen einen WelpenFall 2: ein stubenreiner Hund wird wieder unsauberFall 3: ein Hund der noch nie stubenrein war
Ausgangslage

der Welpe kommt direkt vom Züchter und ist etwa 8 bis 12 Wochen alt

der Hund war bereits stubenrein, wir haben den Hund schon seit längerem

wir bekommen den Hund als erwachsenes Tier aus dem Tierschutz, aus Zwingerhaltung oder zweiter oder dritter Hand und vermuten, dass er noch nie stubenrein war

Situationsbeschreibung

der Welpe will sein 'Geschäft' irgendwo in der Wohnung machen

der Hund macht sein Geschäft, meistens dann wenn es niemand sieht, in der Wohnung

oder: es passiert einfach, weil er es nicht halten kann.

der Hund macht sein Geschäft, als wenn es das normalste der Welt wäre, irgendwo in der Wohnung

positive Ansatzpunkte

der Welpe wurde vom Züchter optimal vorbereitet, konnte z.B. von der Mutter lernen, dass man sich draussen löst

der Umstand, dass der Hund bereits einmal stubenrein war, ist ein positiver Ansatzpunkt

möglicherweise war der Hund schon einmal bei einer Familie und zeigt sein Lösungsbedürfnis an. Den Hund genau beobachten

Besonderheiten

wir müssen beobachten, welche Signale der Hund aussendet, bevor er zu seinem Geschäft ansetzt

wir müssen herausfinden, warum der Hund nicht mehr stubenrein ist. Möglicherweise liegen auch gesundheitliche Probleme vor. Möglicherweise auch Alterserscheinungen. Ggf. den Tierarzt einschalten.

Liegen keine körperlich medizinischen Ursachen vor, müssen wir von psychischen Gründe ausgehen. Was hat sich geändert? Verhalten sich Menschen in seinem Umfeld anders?

 

wir müssen beobachten, welche Signale der Hund aussendet, bevor er zu seinem Geschäft ansetzt

Strategie

Dem Welpen vermitteln, dass sein Löseplatz ausserhalb der Wohnung ist. Dazu müssen wir am Anfang alle 2 Stunden mit ihm raus.

Wenn sich der Hund draussen löst, wird er gelobt und mit Leckerlie belohnt.

Wenn ein Malheur in der Wohnung passiert ist, wird es dem Hund gegenüber total ignoriert.

Details siehe unten im Text.

Es muss herausgefunden werden, was oder wer die Ursache dieser Verhaltensänderung ist.

Versuchen Sie wenn möglich diese Ursachen abzustellen. Wenn sich nach dem Abstellen der Ursachen die ursprüngliche Sauberkeit nicht wieder einstellt, muss ggf. mit dem Stubenrein-Training bei Null wieder begonnen werden: das heisst so oft wie möglich raus, Signale beobachten, Situationen berücksichtigen.

Details siehe unten im Text.

 

Ähnlich wie beim Welpen Signale finden, wann der Hund muss - und dann schnell vorher raus.

Details siehe unten im Text.

Anmerkungen

Gehen Sie das Thema so entspannt wie möglich an. Es hat schon millionenmal vor ihrem Welpen geklappt. Um so stressfreier Sie das ganze angehen, um besser wird es gelingen. Es ist wirklich nur eine Frage der Zeit.

Schalten Sie wenn Sie gar nicht weiter kommen einen Tierpsychologen ein.

Verlieren Sie nie die Geduld. Auch nicht bei Rückschlägen. Unsere Hunde sind von sich aus sauber und beschmutzen ihren Lagerplatz nicht. Auch bei einem Strassenhund gibt es eine Chance.

 

 

C3. VORBEREITUNG DES STUBENREIN-TRAININGS

  • Nehmen Sie sich in den ersten Wochen Tag und Nacht Zeit für den Hund. Bei Welpen müssen Sie auch nachts bis zu alle zwei Stunden raus. Planen Sie das von vornherein ein.
  • Alles was in ihrer Wohnung teuer ist und auf dem Boden liegt, z.B. Perserteppiche, etc. sollten Sie vorübergehend entfernen.
  • Falls Sie eine Renovierung ihrer Wohnung geplant haben, ist es eine gute Idee diese bis zum Abschluss des Stubenrein-Trainings zu verschieben.
  • Gehen Sie rechtzeitig bevor Sie den Hund bekommen die Gegend ab und sehen Sie sich nach einer geeigneten 'Gassi-Stelle' um. Am Anfang ist es für den Hund einfacher, wenn Sie ihn immer an dieselbe Stelle für sein Geschäft bringen. Er verbindet dann sehr schnell die Stelle mit dem was er hier tun soll.
  • Beschaffen Sie sich Bekleidung, die für jedes Wetter entsprechend der Jahreszeit geeignet ist und leicht und extrem schnell anzulegen ist
  • Bereiten Sie ihre Familie und Mitbewohner darauf vor - dass egal welches Malheur passiert, der Hund nicht ausgeschimpft wird. Er würde es einfach nicht verstehen.
  • Denken Sie sich ein Losungswort als Hörzeichen aus, das Sie draussen ganz entspannt ständig wiederholen - bevor und während der Hund sein Geschäft macht. Beispiel: "MACH STINKI ... MACH STINKI ... MACH STINKI ... MACH STINKI ... " Es wird den Hund mit der Zeit dazu animieren - jetzt und hier sein Geschäft zu verrichten. Es signalisiert ihm als sanft begleitendes Hörzeichen: hier bin ich richtig. Hier darf ich.
  • Beschaffen Sie sich geeignete Reinigungsmittel und Utensilien.

 

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C4. AUSWAHL DER KÜNFTIGEN 'GESCHÄFTSSTELLE'

  • Gehen Sie schon frühzeitig bevor Sie ihren neuen Mitbewohner bekommen, die möglichen Stellen für das Geschäft ihres Hundes ab
  • Die Nähe zu ihrer Wohnung ist entscheidend: sie müssen den Welpen bei jedem Wetter, Tag und Nacht - schnell dorthin tragen können
  • Die Stelle sollte möglichst ungestört sein
  • Tabuzonen sind: Kinderspielplätze, Gehwege, etc.
  • Der Hund wird sich an diese Stelle durch seinen Eigengeruch bald gewöhnen und schon dadurch zu seinem Geschäft animiert werden
  • Bitte beschaffen Sie sich unbedingt Kotbeutel in denen Sie sofort das 'Geschäft' einsammeln: das erhält den nachbarlichen Frieden ungemein

 

 

C5. WELPENGATTER UND HUNDBOX

  • Wenn Sie den Hund auch nur kurze Zeit nicht beaufsichtigen können, muss er in sein schützendes Welpengatter
  • Ein kurz ablenkendes Telefonat und der Hund macht vielleicht gerade dann sein Geschäft
  • Ein kurzer Gang zur Haustür wenn es klingelt und der Hund macht sich aufnagenderweise am Staubsaugerkabel zu schaffen
  • Als ideale Lösung haben sich hier Hundebox und Welpengatter bewährt.
  • Hunde halten halten von sich aus ihren unmittelbaren Bereich, also die Schlafstelle und engeren Aufenthaltsbereich sauber.
  • Ideal ist auch eine Hundebox als Schlafstelle und Schlupfwinkel für den Hund.
  • Die Hundebox kann nachts mit ins Schlafzimmer genommen werden. Das hat den Vorteil dass man vom Hund geweckt wird, wenn er muss. Ausserdem kann man z.B. die Hand auf die Box legen, um den Hund zu beruhigen. Das kann schon frühzeitig eine Bindung und Vertrauen aufbauen
  • Der Welpe muss sehr behutsam an die Hundebox gewöhnt werden, so dass sie zu seinem persönlichen Schlupfwinkel wird und er sich darin absolut sicher und wohlfühlt.
  • Für die Gewöhnung an die Hundebox ist ein eigenes Training und strenge Regeln für die Menschen notwendig. Der Hund darf dort weder gestört, noch bespielt, noch sonst was werden. Er muss freiwillig hinein gehen (evtl. per Leckerli) und auch wieder herauskommen wenn er will. Die Hundebox darf niemals als Strafe verwendet werden.

 

 

C6. PUTZMITTEL

  • ohne geeignete Putzmittel geht es bein Stubenreinheits-Training nicht
  • Reinigungsmittel sollten keinen Salmiak enhalten, das animiert möglicherweise den Hund sonst nur
  • Essig-Reiniger sind ok und entsprechende Spezialreiniger aus dem Tierfachhandel.
  • Sie sollten möglichst schnell, nachem Sie das Malheur ihres Hundes entdeckt haben, dieses spur- und geruchslos beseitigen
  • machen Sie das ohne Schimpfen und innere Wut - ihr Hund würde das spüren - aber überhaupt nicht verstehen

 

 

 

D. HAUPTTEIL

Teil I - Wir bekommen einen Welpen

 

I.1. Ausgangslage

 

 

  • Mit dem Thema Stubenreinheit sollten sich künftige Welpenbesitzer möglichst weit im Vorfeld vor der Hundeanschaffung auseinandersetzen
  • Prüfen Sie sich VOR der Hundeanschaffung gut - ob Sie das alles leisten können
  • Sind Sie wirklich bereit - in der Anfangszeit auch nachts - alle zwei Stunden - bei Wind, Regen, Sturm, Graupelschauer, Platzregen, Schneematsch, 40 Grad im Schatten - ohne Murren mit dem Hund freudig raus zu gehen - und ihn aus tiefstem Herzem zu loben, wenn er draussen sein 'Geschäft' beendet hat?
  • Wenn nicht - sollten Sie dringend noch mal überprüfen - ob jetzt für Sie der geeignete Zeitpunkt für einen Hund ist
  • Rüsten Sie sich entsprechend aus: alle Kleidungsstücke, Schuhe, etc. müssen Sie einarmig, in der anderen Hand halten Sie nämlich den Welpen der gerade beginnen wollte in der Wohnung sein Geschäft zu machen - also einarmig müssen Sie sich komplett - im Halbschlaf anziehen können
  • Ideale Bekleidung für das einarmige Anziehen: Regenstiefel, gelbe Regenmäntel (Friesennerz)
  • Empfehlenswerte Anschaffung: die Hundebox als Wohnhöhle. Nachts wenn Sie tief schlafen, beginnt ihr kleiner Hund vielleicht gerade seine Wanderung durch die Wohnung. Da ist das eine oder andere Geschäftchen fast vorprogrammiert. Dagegen hilft eine Hundebox in der Nähe ihres Bettes. Wenn der Hund nun nachts sein Geschäft machen will, wird er sich melden, denn Hunde sind von Natur aus bestrebt ihre Wohnhöhle sauber zu halten. Die Gewöhnung an die Wohnhöhle Hundebox muss ganz behutsam - am besten mit regelmäßig darin verstecktem Leckerlie - bei offen bleibender Tür erfolgen. Die Hundebox muss für den Hund ein absoluter Ruhe- und Rückzugsbereich sein - der von allen Familienmitgliedern respektiert werden muss. Er muss sich darin absolut sicher fühlen und darf darin auch nicht von Kindern bespielt oder gar bedrängt werden. Er muss immer von alleine herauskommen. Er darf niemals das Gefühl haben in eine Falle getappt zu sein. Deshalb die Türe nur bei absoluter Notwendigkeit im Ausnahmefall schliessen.
  • Empfehlenswerte Anschaffung: das Welpengatter. Sie werden ihren Welpen nicht jede Sekunde im Auge behalten können - obwohl sie das eigentlich müssten. Auch aus Sicherheitsgründen: denn wie schnell ist ohne Aufsicht ein Stromkabel durchgebissen, ein Spielzeug verkaut und verschluckt, ... Da reicht schon ein einziger Telefonanruf der einen ablenkt. Für diese kritischen Momente hilft ein Welpengatter.

 

Halten Sie ihre Gassi-Ausrüstung immer griffbereit. Unverhofft kommt oft! Manchmal sogar um 0 Uhr 30 bei Starkregen und Sturm und Schneematsch. Und dann muss es rasend schnell gehen! Im einen Arm werden Sie dann tragenderweise den unruhigen Welpen halten, den Sie gerade mitten in seinem drängenden Geschäft gestört haben - während Sie mit der freien Hand und Arm ihre Hose und Mantel anziehen, Schnürsenkel binden, Hut aufsetzen, Leckerli und Kotbeutel einpacken, Regenschirm unter den Arm klemmen, Wohnung auf und abschliessen und dann vor allem müssen Sie schnellstmöglichst und stressfrei (!) die Geschäftsstelle des Welpen erreichen! Denn Ihr Stress überträgt sich auf den Hund. Der Welpe assoziert sonst: Pippi machen ist der absolute Stress! Also bleiben Sie innerlich und äusserlich absolut freundlich gestimmt. Auch wenn sich um 01 Uhr 30 die Prozedur wiederholt.

 

 

B1. HINTERGRUND INFOS: WELPEN BEIM ZÜCHTER

  • Bereits beim Züchter werden in den ersten Lebenswochen solide Grundlagen für eine spätere Stubenreinheit gelegt
  • Welpen sollten schon idealerweise von der Mutter lernen, dass man nicht ins eigene 'Nest' macht
  • die Welpen sollten so früh wie möglich die Möglichkeit erhalten, mit der Mutter einen Losungsplatz ausserhalb des Lagerplatzes aufzusuchen
  • Welpen lernen so: den eigenen Liegeplatz muss man sauber halten
  • gerade aber bei Welpen, die im Herbst und Winter geboren wurden, ist der leichte Zugang ins Freie nicht so leicht möglich
  • behelfsweise kann man durchaus ein Katzenklo anbieten, das mit Zeitungspapier belegt ist
  • der Lagerplatz bzw. die Hundebox wird somit zur Tabu-Zone für Kot und Urin
  • diese 'Tabu-Zone für Kot und Urin' kann nach und nach auf immer grössere Bereiche ausgedehnt werden, indem man das Katzenklo immer etwas weiter vom Liegeplatz platziert
  • Fragen Sie den Züchter, auf welchem Untergrund der Welpe bisher sein Geschäft gemacht hat
  • Ideal ist es, wenn der Züchter die Welpen bereits daran gewöhnt hat, draussen im Freien ihr Geschäft auf einem natürlichen Untergrund wie einer Wiese, Wegesrand, Rasen, Sand oder Erde zu machen - wie es ja auch später beim neuen Frauchen oder Herrchen der Fall sein wird. Insbesondere bei Welpen, die im Herbst oder Winter auf die Welt kamen, ist diese Gewöhnung oft nicht der Fall - weil sie der Züchter witterungsbedingt doch eher im Haus hält.
  • Ein Welpe, der zum Beispiel noch nie auf einer Wiese war, wird von dem unbekannten Untergrund irritiert sein wenn er bei ihnen auf Gras oder feuchter Erde sein Geschäft verrichten soll.
  • Manche Welpen bevorzugen für ihr Geschäft Keramikfliesen - warum? Weil sie es so vom Züchter gewohnt waren. Fliesen sind per Wasserstrahl leicht zu reinigen.
  • Manche Welpen ignorieren Feldwege und Wegränder vollkommen für ihr Geschäft - warum? Weil sie der Züchter nie damit vertraut gemacht hat.

 

 

 

B2. HINTERGRUND INFOS: DER WELPE IM NEUEN ZUHAUSE

  • der Welpen braucht von Anfang an seinen festen Platz, sein eigenes 'Nest'
  • dieser Liegeplatz kann eine Hundebox oder ein Hundekorb sein, der immer an derseben Stelle ist
  • der Welpe muss einen Löseplatz ausserhalb seines Liegeplatzes aufzusuchen können
  • Welpen lernen so: das eigene Nest muss man sauber halten
  • Ideal ist es auch, den Aktionsbereich des Welpen am Anfang durch ein Welpengatter zu beschränken. Wenn der Welpen unbeaufsichtigt durch die ganze Wohnung oder Haus stöbern kann, wird er bald einen Lieblingsplatz für sein Geschäft finden
  • behelfsweise kann man durchaus ein Katzenklo anbieten, das mit Papier ausgelegt wurde
  • der Liegeplatz wird somit zur Tabu-Zone für Kot und Urin
  • diese 'Tabu-Zone für Kot und Urin' kann nach und nach auf immer grössere Bereiche ausgedehnt werden, indem man das Katzenklo immer etwas weiter vom Liegeplatz platziert
  • Ihr Welpe muss alle zwei Stunden raus. Ausser wenn er schläft lassen sie ihn weiter schlafen. Tragen Sie raus an den Löseplatz, den er iedealerweise auch später als erwachsener Hund verwenden kann. Stellen Sie sich den Wecker.
  • Diese Regelmäßigkeit ist wichtig für die spätere Stubenreinheit: der Welpe lernt: Stinki und Pippi macht man draussen im Freien.
  • Bringen Sie am Anfang den Hund immer an dieselbe Stelle für sein Geschäft bringen. Er verbindet dann sehr schnell diese Lösestelle mit dem was er hier tun soll.
  • Wenn er nach einiger Zeit die Lösestelle - ausserhalb der Wohnung - mit seinem dringendem Bedürfnis sich zu lösen verbindet - ist ein grosser Schritt in Richtung Stubenreinheit erreicht.
  • Auch nach seinem Essen gilt: 5 bis 30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme je nach Hund muss er raus.
  • Auch nach ausgiebigem Spielen und dem Aufwachen muss er raus.

 

Gewohnheit und Regelmäßigkeit sind die Trainings-Grundlagen zur Stubenreinheit. Gehen Sie regelmäßig mit dem Welpen alle zwei Stunden an die gewohnte Lösestelle. Geben Sie ihm regelmäßig zu seinen gewohnten Zeiten sein Futter. Nach dem Essen, Aufwachen, Spielen gehen sie zusätzlich an die gewohnte Lösestelle. Alles regelmäßig. Bei jedem Wetter - zu jeder Tag und Nachtzeit. Loben Sie ihn mit freudiger Stimme *megamäßig* wenn er sein Geschäft beendet (!) hat. Ihr Hund wird diese Lösestelle bald mit seinem Lösebedürfnis verknüpfen.

 

Um ihren Hund stubenrein zu erziehen, ist sehr viel Engagment ihrerseits notwendig. Nachts bei Regen, Nebel und Frost. Machen Sie sich klar - ihr Hund muss aufs Klo wie sie selbst auch! Wenn ihr Hund gar nicht stubenrein werden will: Kleben Sie sich einen Zettel ins Klo: 'MUSS MEIN HUND JETZT AUCH?'

 

 

B3. HINTERGRUND INFOS: DEN WELPEN ZUR STUBENREINHEIT ERZIEHEN - DIE ANFANGSPHASE

  • Beobachten Sie ihren neuen Mitbewohner ganz genau!
  • Welche Signale sendet er aus, wenn er sich lösen muss?
  • ihr Hund verhält sich immer gleich, bevor er mit seinem Geschäft beginnt - das müssen Sie jetzt herausfinden
  • Wenn er unruhig wird, aus seinem Liegeplatz steigt, umherschnüffelt, in Kreisen geht, sich auf die Suche nach einem geeigneten Pippi-Plätzchen begibt, wenn er quengelt oder winselt können das Anzeichen sein
  • Wenn der Hund nach einem Schläfchen gerade am Aufwachen ist, können Sie schon den Mantel anziehen, ihn dann gleich aufnehmen und zum Löseplatz gehen.
  • Dasselbe gilt wenn Sie ihm sein Futter gegeben haben. Mit einer Verzögerung von 5 bis 30 Minuten - je nach Hund. Das muss beobachtet werden.
  • Tragen sie den Welpen - mit aller Ruhe - an seinen Löseplatz ausserhalb seines Lagerplatzes / Hundebox - idealerweise dorthin, wo er sich auch später lösen soll
  • Tipp: Wenn Sie den Welpen tragen - anstatt ihn selbst laufen zu lassen - hat er keine Chance sich behelfsweise unterwegs zu erleichtern
  • Machen Sie das immer wieder so, und wieder so, und wieder so ...
  • Ideal ist es am Anfang, immer wieder denselben Löseplatz aufzusuchen. Der Welpe assoziert dann den Platz mit dem Ereignis
  • Welpen lernen so: das eigene Lager bzw. Nest muss man sauber halten
  • der eigene Liegeplatz wird somit zur Tabu-Zone für Kot und Urin
  • diese 'Tabu-Zone für Kot und Urin' kann nach und nach auf immer grössere Bereiche ausgedehnt werden, indem man das Katzenklo immer etwas weiter vom Liegeplatz platziert
  • Loben Sie den Hund nach dem Lösen - super mega mässig - überschwenglich bis zum geht nicht mehr. Leckerli inklusive.
  • Loben Sie ihren Welpen aber nicht während wenn er sein 'Geschäft' noch nicht beendet hat, sonst könnte es sein dass er durch die Ablenkung vorzeitig abbricht.
  • der Lösungsplatz des Hundes sollte möglichst frei von Ablenkungen sein. Wenn alles andere viel interessanter ist als das 'Geschäft' zu machen und er ständig abgelenkt wird, macht er am Ende vielleicht doch noch in die Wohnung
  • Der Hund darf jetzt auch vom Besitzer nicht mit Spielen abgelenkt werden. Auch sollte man nicht herumlaufen.
  • deshalb geduldig sein und entspannt warten, bis er sein Geschäft gemacht hat

 

 

Wie lange kann es ein Welpe aushalten? Die Fausregel dazu lautet: So viele Stunden wie er Monate alt ist. Ein vier Monate alter Welpe könnte es also vier Stunden aushalten.

 

 

B4. HINTERGRUND INFOS: DEN WELPEN ZUR STUBENREINHEIT ERZIEHEN - FÜR FORTGESCHRITTENE

  • Wenn der Hund noch behelfsweise hin und wieder das Katzenklo verwendet, wird dieses jetzt nach und nach in ganz kleinen Abständen von durchaus wenigen Zentimetern immer weiter entfernt von seinem Liegeplatz weg platziert.
  • Die vorgegebene Richtung ist dabei aus dem Zimmer in Richtung Wohnungstür.
  • Allein das ist schon ein hervorragendes Lösungssignal, wenn der Hund das Katzenklo sucht: dann sofort raus ins Freie zum Lösen.
  • Und wenn das Geschäft einmal in Katzenklo geht: ist es kein Beinbruch
  • Es ist hilfreich am Anfang, ein Stück gebrauchtes Zeitungspapier mit hinaus zu nehmen, damit der Hund sich riecht.
  • Mit dem Älterwerden des Welpen lassen sich ganz langsam die Gassi-Intervalle verlängern.
  • Sind die Löse-Signale die Hund aussendet vollkommen klar? Sind Sie in der Lage diese auch ständig aufzunehmen / zu empfangen?
  • Manche Hunde gehen nur ganz kurz zur Balkon- oder Wohnungstür. Wird dies übersehen, kann ein Malheur passieren
  • Wenn Sie das Löse-Signal ihres Hundes in der Wohnung erkennen, loben Sie ihn sofort überschwenglich und gehen Sie gleich mit raus an seinen Löseplatz
  • Machen Sie das immer wieder so, und wieder so, und wieder so ...
  • Und zwar so lange bis er sich wirklich gelöst hat
  • Nehmen Sie bei schlechtem Licht eine Taschenlampe zur Kontrolle mit.
  • Geben Sie dem Hund ein ganz entspanntes Hörzeichen als Losungswort, das eher eine Ermunterung sein soll: z.B. "MACH STINKI, MACH STINKI, ..." oder "PULLER PULLER, PULLER PULLER, ..." - damit er weiss dass dies die richtige Stelle für sein Geschäft ist. Wiederholen Sie das ständig, solange er sein Geschäft macht. Sagen Sie das aber ganz ruhig ohne die geringste Ungeduld in der Stimme oder gar Kommandoton! Das wird sich später automatisieren und ist wie gesagt kein Kommando - sondern eine sachte Animation sich hier zu lösen.
  • Es braucht viele Wiederholungen, bis ihr Hund das Losungswort mit 'seinem Geschäft' assoziert. Haben Sie diese Verknüpfung einmal erreicht, können Sie an einem fremden Ort, zum Beispiel im Urlaub oder einer fremden Stadt dem Hund wirklich gut helfen, einen geeigneten Ort zu finden und sich hier zu lösen.
  • Wenn Sie die für ihren Hund angemessene Futtermenge auf die Futterrationen über den Tag verteilen, planen Sie für die letzte Mahlzeit am Abend die kleinste Ration ein. Das erleichtert Ihnen und ihrem Vierbeiner vielleicht das Durchschlafen in der Nacht.

 

 

B5. HINTERGRUND INFOS: WAS TUN WENN EIN MALHEUR PASSIERT

  • Regel Nr.1: ganz ruhig bleiben!
  • Reinigen sie die Stelle sehr penibel, damit ihr Hund nichts mehr riecht. Sonst könntes es zu seinem 'Pinkelplatz' werden
  • Verwenden Sie chemische Reinigungs- bzw. Desinfektionsmittel, die den Geruch zuverlässig eliminieren. Sonst wird der Hund immer wieder dort hin machen.
  • Schimpfen und Fluchen macht keinen Sinn!
  • Wenn Sie den Hund absolut (!) inflagranti erwischen, weil er sich gerade in diesem Moment in typischer Haltung hinhockt - ist ein "NEIN" oder scharfes "PFUI" in Ordnung.
  • Wenn Sie ihn so auf frischer Tat ertappen, nehmen sie ihn behutsam auf und gehen Sie mit ihm nach draussen oder behelfsweise - setzen Sie ihn in das Katzenklo. Geben Sie ihm das ganz sanfte Kommando bzw. den animierenden Begleitsatz: 'MACH STINKI'.
  • Niemals im Nachhinein bestrafen. Ihr Hund würde es schlichtweg nicht verstehen.
  • Dadurch lernt ihr Welpe nicht stubenrein zu werden - sondern nur, ängstlich verdruckst sein Geschäft zu verrichten oder gar Angst vor Ihnen selbst zu haben. Im schlimmsten Fall lernt er nur an solchen Stellen sein Geschäft zu machen, wo man ihn nicht sieht, zum Beispiel hinter der Couchgarnitur im Wohnzimmer.
  • Machen Sie sich selbst immer klar: wenn ihr Hund in die Wohnung macht haben sie etwas falsch gemacht. Sie waren nicht oft genug draussen, sie haben ein Signal übersehen.
  • Absolut veraltet, sinnlos und vollkommen zu unterlassen ist es, die Nase des Welpen in seine Urinpfütze oder Kot zu drücken. Das versteht der Welpe nicht.
  • Das Reinigen der 'Unfallstelle' sollte der Welpe wenn möglich nicht mitbekommen. Es soll mit seinem Geschäft in der Wohnung - nichts - verknüpfen. Wenn möglich bringen Sie den Welpen in sein Gatter oder Box - aber nicht als Strafe - also eher hinlocken. Idealerweise bekommt der Welpe nicht mit, was jetzt passiert. Beim Reinigen, sehen Sie ihn nicht an, zeigen Sie nicht auf die 'Unfallstelle' und sprechen Sie ihn natürlich auch nicht an. Wichtig: Null Reaktion gegenüber dem Welpen zeigen - emotionloses Putzen ist angesagt.
  • Wenn das Malheur während ihrer Abwesenheit passiert ist - müssen Sie es dem Hund gegenüber vollkommen ignorieren. Entfernen Sie das Missgeschick kommentarlos! Schimpfen Sie nicht, gucken Sie den Hund nicht böse an. Ärgern Sie sich nicht! Das ist das Los der Welpenbesitzers und es ging uns allen so.
  • Zum Reinigen sollte kein Salmiak-Reiniger verwendet werden, weil der Geruch den Hund zum Urinieren animieren kann.

 

 

Wenn ein Malheur passiert ist: den Hund niemals bestrafen! Nicht schimpfen! Nicht böse sein! Ganz entspannt bleiben! Strafe ist für den Hund ein Angst auslösender Faktor. Wir werden sonst in Bezug auf Stubenreinheit genau das Gegenteil von dem Erreichen, was wir erreichen wollen.

 

 

B6. HINTERGRUND INFOS: BESONDERE FÄLLE

  • Wenn ihr Welpe auf eine bestimmte Ecke in der Wohnung als Pinkelecke besteht ... stellen sie ihm dort das Katzenklo auf
  • Beschaffem Sie einen Kinderlaufstall oder Welpengitter, in dem sich der Welpe aufhält und gut auf Losungsanzeichen beobachtet werden kann
  • Den Gassigang immer dann abzubrechen, wenn der Hund sein Geschäft beendet hat - kann zu einer vollkommenen Fehlsteuerung führen. Der Hund lernt: immer wenn ich mein Geschäft gemacht habe, geht es blitzartig zurück ins langweilige zuhause. Manche Hunde lernen daraus die Gassi-Tour ohne Geschäft ewig lang hinaus zu zögern. Daheim angekommen machen sie dann ihr Geschäft in die Wohnung. Unsere Hunde sind oft intelligenter als wir.Deshalb: nachdem der Hund sein Geschäft gemacht hat die Tour immer noch ein angemessenes Stück weit fortsetzen.
  • Hunde machen ihr Geschäft gerne so wie sie es gewohnt sind - manche vor allem auf Wiesen, manche am Wegesrand, auf Asphalt. Manche Hunde die besonders lange im Tierheim waren, bevorzugen glatte Böden, Keramikplatten, Betonflächen, etc.. Manche Welpen sind diese leicht per Wasserstrahl zu reinigenden Keramikplatten auch bereits vom Züchter gewöhnt. Gibt es diese Verbindung, hilft es u.U. die Keramikplatten im Haus zeitweise mit einem alten Teppich abzudecken.
  • Wenn es zum Ritual wurde, dass ihr Hund draussen trotz extrem langer Gassitouren nie etwas macht - aber wenn Sie zurück in der Wohnung sind, dann dort sofort (!) - für dieses Situation hilft u.U. folgende Vorgehensweise: wie üblich zurück in die Wohnung gehen, den Hund dabei angeleint lassen - und bevor der Hund mit seinem Geschäft in der Wohnung loslegt - sofort wieder rausgehen - und das ganze Prozedere wiederholen. Bis es klappt.

 

 

 

 

C. FALL 2: EIN STUBENREINER HUND WIRD WIEDER UNSAUBER

  • Mit dem Thema Stubenreinheit sollten sich künftige Welpenbesitzer möglichst weit im Vorfeld vor der Hundeanschaffung auseinandersetzen
  • Prüfen Sie sich VOR der Hundeanschaffung gut - ob Sie das alles leisten können
  • Sind Sie wirklich bereit - in der Anfangszeit auch nachts - alle zwei Stunden - bei Wind, Regen, Sturm, Graupelschauer, Platzregen, Schneematsch, 40 Grad im Schatten - ohne Murren mit dem Hund freudig raus zu gehen - und ihn aus tiefstem Herzem zu loben, wenn er draussen sein 'Geschäft' beendet hat?
  • Wenn nicht - sollten Sie dringend noch mal überprüfen - ob jetzt für Sie der geeignete Zeitpunkt für einen Hund ist
  • Rüsten Sie sich entsprechend aus: alle Kleidungsstücke, Schuhe, etc. müssen Sie einarmig, in der anderen Hand halten Sie nämlich den Welpen der gerade beginnen wollte in der Wohnung sein Geschäft zu machen - also einarmig müssen Sie sich komplett - im Halbschlaf anziehen können
  • Ideale Bekleidung für das einarmige Anziehen: Regenstiefel, gelbe Regenmäntel (Friesennerz)

 

Halten Sie ihre Gassi-Bekleidung immer in Griffbereitschaft! Unverhofft kommt oft!

 

 

 

D. FALL 3: WIR BEKOMMEN EINEN HUND DER VERMUTLICH NIE STUBENREIN WAR

  • Mit dem Thema Stubenreinheit sollten sich künftige Hundebesitzer möglichst weit im Vorfeld vor der Hundeanschaffung auseinandersetzen
  • Sie vermuten dass der Hund den Sie bekommen werden noch nie stubenrein war. Vermutlich war es nie ein Wohnungshund, möglicherweise ein Strassenhund, ein Zwingerhund oder ein Hund der sein Leben an der Kette verbracht hat.
  • Bei Tierheimhunden kann mangelnde Stubenreinheit der Abgabegrund gewesen sein - ohne dass dies von den Vorbesitzern angegeben wurde. Der Hund war möglicherweise Wohnungshund, hat aber Stubenreinheit nie oder falsch gelernt.
  • Prüfen Sie sich VOR der Hundeanschaffung gut - ob Sie das alles leisten können
  • Sind Sie wirklich bereit sich möglicherweise sehr lange mit dem Thema Stubenreinheit auseinander zu setzen?
  • Wenn nicht - sollten Sie dringend noch mal überprüfen - ob jetzt für Sie der geeignete Zeitpunkt für einen Hund ist
  • Grundlage ist in diesem Fall zumindest in der Anfangszeit ein absolut geregelter Tagesablauf
  • der Hund muss 'wissen' dass es z.B. eine Stunde nach dem Essen Gassi geht
  • Nützlich ist es, den Hund täglich regelmäßig zur gleichen Uhrzeit zu füttern, um so den Darm zu trainieren.
  • Auf das Füttern abgestimmt sollte dann mehrmals am Tag zu einer bestimmten Zeit mit ihm Gassi gegangen werden.
  • Dazu muss genau beobachtet werden, wann das Entleerungsbedürfnis des Hundes nach dem Essen einsetzt - und dem entsprechend die Gassizeiten eingeplant werden.

 

Halten Sie ihre Gassi-Bekleidung immer in Griffbereitschaft! Unverhofft kommt oft!

 

 

 

 

 

E. STUBENREINHEIT BEIM HUND - CHECKLISTE DER HÄUFIGSTEN SITUATIONEN UND SIGNALE

  • Jeder Hund sendet bestimmte Signale aus, bevor er sein Geschäft macht
  • Beobachten Sie ihren Hund ganz genau! Lassen Sie ihn nicht aus den Augen!
  • Das Signal kann ein flüchtiger Blick zur Terassentür sein. Nur eine Sekunde lang.
  • Wenn Sie dieses Signal nicht realisieren - ist es wie das Rot einer Ampel das Sie nicht erkennen.
  • Dieses Dokument soll Ihnen dabei helfen, systematisch die möglichen Signale ihres Hundes aufzuspüren.
  • Drucken Sie dieses Dokument aus und tragen Sie ein, was auf ihren Hund zutrifft.

 

Signal / VerhaltensweiseSituationBewertungAnmerkungen
Der Hund wird unruhig, schnuffelt herum, scheint eine Stelle zu suchen

Keine besondere Situation

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

nach diesem Signal hat der Hund sein Geschäft gemacht

Der Hund läuft zu einer Ausgangstür: Wohnungstür, Terassen-, Balkon- oder Zimmertür, etc., setzt sich davor oder bleibt in der Nähe

Keine besondere Situation

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

nach diesem Signal hat der Hund sein Geschäft gemacht

Der Hund läuft zu einer Ausgangstür: Wohnungstür, Terassen-, Balkon- oder Zimmertür, etc. und dann evtl. auch gleich wieder weg

Keine besondere Situation

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

nach diesem Signal hat der Hund sein Geschäft gemacht

Der Hund blickt zu einer Ausgangstür: Wohnungstür, Terassen-, Balkon- oder Zimmertür, etc.

Keine besondere Situation

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

nach diesem Signal hat der Hund sein Geschäft gemacht

Der Hund gibt ein Lautsignal, evtl. kurzes Jammern

Keine besondere Situation

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

nach diesem Signal hat der Hund sein Geschäft gemacht

Der Hund kratzt an einer Stelle im Raum

Keine besondere Situation

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

nach diesem Signal hat der Hund sein Geschäft gemacht

Der Hund bewegt sich merkwürdig, dreht sich im Kreis

Keine besondere Situation

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

nach diesem Signal hat der Hund sein Geschäft gemacht

kein erkennbares Signal

Aufwach-Situation: der Hund ist nach einem Schläfchen aufgewacht, hat vielleicht noch ausgiebig gegähnt und kam dann aus seinem Körbchen

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

aus dieser Situation heraus hat der Hund sein Geschäft gemacht

kein erkennbares Signal

Futter-Situation: der Hund hat sein Futter aufgenommen

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

aus dieser Situation heraus hat der Hund sein Geschäft gemacht


Bitte notieren: Wie lange nach dem Fressen hat es gedauert?

_ _ _   Minuten

kein erkennbares Signal

Trink-Situation: der Hund hat sein Trinkwasser aufgenommen

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

aus dieser Situation heraus hat der Hund sein Geschäft gemacht


Bitte notieren: Wie lange nach dem Trinken hat es gedauert?

_ _ _   Minuten

kein erkennbares Signal

Spiel-Situation: der Hund hat ausgiebig gespielt

Trifft auf meinen Hund

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

aus dieser Situation heraus hat der Hund sein Geschäft gemacht


Bitte notieren: Wie lange nach dem Spielen hat es gedauert?

_ _ _   Minuten

menschliche Unachtsamkeit

Zeit-Überschreitung: der Hund wurde nicht Gassi geführt, obwohl er rein anatomisch und altersmäßig nicht mehr konnte. Er hat es einfach rausgelassen.

Trifft auf mich

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

Bitte notieren in Form einer Strichliste. Für jedes Mal einen Strich:

_ _ _ _ _ _  Mal


Dieses Malheur geht auf ihr Konto. Dafür kann der Hund nichts. Dennoch bedeutet es einen Rückschritt auf dem Weg zur Stubenreinheit.


menschliche Unachtsamkeit

Missachtung der von Hund gesendeten Signale: der Hund wurde schlicht weg im entscheidenden Moment nicht beobachtet. Man war abgelenkt, hat sein Signal nicht aufgenommen und ihn mit seinem Problem allein gelassen. Er hat es auf seine Art gelöst

Trifft auf mich

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

Bitte notieren in Form einer Strichliste. Für jedes Mal einen Strich:

_ _ _ _ _ _  Mal


Dieses Malheur geht auf ihr Konto. Dafür kann der Hund nichts. Dennoch bedeutet es einen Rückschritt auf dem Weg zur Stubenreinheit.


menschliche Unachtsamkeit

Missachtung der für Hunde insbesondere Welpen typischen Situationen (s.o. in dieser Tabelle u.a. Aufwachen, nach dem Fressen, ausgiebigen Spielen, etc.). Man hat diese Situationen einfach nicht beachtet und den Hund mit seinem Problem allein gelassen. Er konnte gar nicht anders.

Trifft auf mich

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

Bitte notieren in Form einer Strichliste. Für jedes Mal einen Strich:

_ _ _ _ _ _  Mal


Dieses Malheur geht auf ihr Konto. Dafür kann der Hund nichts. Dennoch bedeutet es einen Rückschritt auf dem Weg zur Stubenreinheit.


menschliche Unachtsamkeit

Generelle Unkenntnis der Signale des eigenen Hundes. Jeder Hundebesitzer muss die Verhaltensweise seines Hundes individuell genaustens erfasst haben (s.o. in dieser Tabelle). Das ist nicht geschehen. Der Hund wurde nicht ausreichend beobachtet und verstanden. Seine Signale gehen unerkannt ins Nichts.

Trifft auf mich

[   ]   voll zu

[   ]   teilweise zu

[   ]   ganz selten zu

[   ]   absolut nicht zu

Bitte notieren in Form einer Strichliste. Für jedes Mal einen Strich:

_ _ _ _ _ _  Mal


Wenn Sie hier auch nur einen Strich haben, sollten Sie diese Checkliste an dieser Stelle abbrechen und das Dokument noch einmal ganz von vorn beginnen.


 

 

 

 

 

 

F. TIPPS UND TRICKS

 

Manchmal ist es hilfreich auf Tipps und Tricks, und die Erfahrungen anderer zurück zu greifen. Wir müssen ja nicht alle dieselben Fehler nochmal machen.

 

  • Hier ist eine Sammlung von Tricks und Tipps zur Stubenreiheit. Als Ultima Ratio sind sie auf jeden Fall einen Versuch wert. Aber denken Sie daran: Niemals schimpfen und keinerlei Form von Gewalt!
  • Ein Trick für erwachsene Hunde, z.B. aus dem Tierschutz: die Gassi-Glocke. Immer kurz bevor man mit dem Hund die Wohnung verlässt, zieht man an einer kräftigen Kordel an der Wohnungstür, an der Kordel ist eine Glocke befestigt ist. Diese Kordel geht bis runter auf Hundehöhe. Man zeigt nun jedesmal dem Hund die Kordel, zieht für ihn gut sichtbar auf seiner Höhe daran. Dann geht's gleich raus aus der Wohnung: Gassi. Wenn Sie dies konsequent einhalten assoziert der Hund nach einiger: Glocke gleich Gassi gehen. Irgendwann - unsere Hunde sind oft viel intelligenter als wir denken - manchmal intelligenter als wir - in dem sie uns glauben machen - wir seien intelligenter als sie ... irgendwann zieht der Hund selbst daran. Dann heisst es: Sofort raus!
  • Sind Sie wirklich bereit sich möglicherweise sehr lange mit dem Thema Stubenreinheit auseinander zu setzen?
  • Wenn nicht - sollten Sie dringend noch mal überprüfen - ob jetzt für Sie der geeignete Zeitpunkt für einen Hund ist

 

 

 

 

Beobachten Sie ihren Hund ganz genau! Beachten Sie seine Signale - sein kurzer Blick zur Tür, unruhiges Schnuffeln, Umhergehen. Und fassen Sie sich an die eigene Nase - bevor Sie sich ärgern. Denn: Jeder Hund macht irgendetwas - bevor er etwas macht. Sie haben es übersehen. Warum?

 

 

 

 

G. STUBENREINHEIT BEIM HUND - CHECKLISTE DER HÄUFIGSTEN PROBLEME

  • Wenn es mit der Stubenreinheit nicht klappen will, kann das sehr viele Ursachen haben
  • Bedeneken Sie dabei immer: Die häufigste Ursache sind wir Hundehalter selbst!

 

Problem / FragegestellungHintergrundLösungAnmerkungen
Wurden vom Tierarzt gesundheitliche Probleme des Hundes ausgeschlossen?

Es könnte eine Blasenentzündung, Schließmuskelschwäche oder andere Erkrankung zugrunde liegen

den Hund medizinisch behandeln lassen

auch während der Behandlung das Stubenrein-Training fortsetzen, sonst würde der Hund Falsches lernen

Auch nach 6 Wochen Training noch nicht stubenrein ...

Bei Welpen ist es normal, dass sie erst ab etwa der 16.ten Woche die Blase und den Darm kontrollieren können. Bei manchen gelingt es früher, bei manchen später.

Machen Sie mit viel Geduld konsequent mit dem Stubenrein-Training weiter.

 

Der Hund macht sein Geschäft im Parterre-Bereich, in den Kellerräumen oder Treppenhaus

der Hund ist eigentlich stubenrein, betrachtet aber das 'weiter entfernte' Kellergeschoss, Treppenhaus, etc. bereits als seine Gassizone

den Aufenthaltsbereich des Hundes systematisch erweitern und ihn mit diesen Bereichen des Hauses vertraut machen. Z.B. dort mit ihm spielen, mal sein Hundebox bzw. Körbchen platzieren, mal dort füttern, mit ihm hier schmusen

 

Wenn der Hund immer nach der Rückkehr vom Gassigang in die Wohnung macht ... trotz ewig langem Gassigehen und warten ... aber er macht nichts ...

der Hund hat vermutlich gelernt: immer wenn ich draussen mein Geschäft gemacht habe - geht es schnurstracks zurück ins langweilige Heim. Also mach ich ewig lang mein Geschäft nicht und bleibe so lange draussen - wie ich will. Zuhause drückt es dann ... und schon ist das Malheur wieder da.

wenn der Hund draussen Gassi gemacht hat - noch eine ganze Zeit lang (min. 5 Minuten) weiter draussen bleiben, damit sich die negative Assoziation "Geschäft gemacht - nach Hause müssen" nicht aufdrängen kann

falsch erlerntes Verhalten durch die Verknüpfung: "immer wenn ich mein Geschäft gemacht habe - werde ich dafür bestraft und muss ratz-fatz nach Hause"

Tierheim-Hund wird nicht sauber

Bei Tierheimhunden kann mangelnde Stubenreinheit der Abgabegrund gewesen sein - ohne dass dies von den Vorbesitzern angegeben wurde.

der Hund kann sehr viel erlebt haben - möglicherweise sogar schlimme Strafen. Deshalb gehen Sie die Trainings-Checkliste von oben mit noch grösserer Geduld durch. Bitte geben Sie den Hund deshalb nicht wieder zurück. Sie und Ihr Hund haben eine echte Chance! Seien Sie geduldig.

Der Hund war möglicherweise Wohnungshund, hat aber durch Fehlerziehung die Stubenreinheit nie oder gar falsch gelernt.

Der Hund bricht draussen sein 'Geschäft' mittendrin ab ... und macht es daheim zu Ende.

Wir müssen uns fragen was ihn ablenkt, stören oder irritieren könnte? Loben wir ihn zu früh? Zerren wir an der Leine? Geben wir irgendeine negative Äusserung von uns?

Wenn der Hund sein Geschäft begonnen hat, sollten Sie keinen Schritt weiter gehen, die Leine muss jetzt ohne jegliche Spannung vollkommen locker sein. Zu keinem Zeitpunkt den Hund in irgend einer Form bedrängen. Erst überschwenglich loben und Leckerli geben, wenn er wirklich alles erledigt hat.

Auch ein zu frühes Lob kann den Hund irritieren.

Der Hund macht sein Geschäft heimlich an versteckten Stellen in der Wohnung

Der Hund hat sehr wahrscheinlich Angst vor Strafe. Er ist verunsichert und hat dabei gelernt: ich tue etwas schlechtes und werde bestraft wenn man mich dabei erwischt. Also muss ich es heimlich machen.

Der Hund muss lernen dass man draussen macht. Sie müssen mit dem Hund also regelmäßig raus. Er muss sich darauf einstellen können. Ignorieren Sie das Malheur wenn es passiert ist! Das gilt absolut für jeden in ihrer Familie.

Das heimliche 'Geschäftmachen' in der Wohnung ist ein typisches Zeichen für ein fehlerlerntes Verhalten. Der Hund hat nicht gelernt dass man draussen machen muss - er hat gelernt dass man heimlich machen muss. Fassen Sie sich an die eigene Nase!

Welpe uriniert wenn Gäste kommen

Bei Welpen handelt es sich um eine Beschwichtigungsgeste, das Alttiere und in diesem Fall die Besucher milde stimmen soll. Unser Pinkler will also Aggressionen gegen sich hemmen. Das Verhalten sollte sich mit der Zeit verlieren.

Wenn Gäste kommen den Hund am besten weder begrüssen, noch tätscheln, noch bedauern, noch sonst was. Wenn er pinkelt kommentarlos wegputzen und auf keinen Fall schimpfen - sonst verstärkt sich das Verhalten. Aber auch gutes Zureden und trösten macht diese Angst schlimmer. Das Problem lässt sich für diese Übergangszeit möglicherweise behelfsweise lösen, in dem man den Besuch ausserhalb des Hauses, vielleicht im Garten, Veranda, Eingangsbereich begrüsst. Es sollte genau beobachtet werden, welche Art von Verhalten der Gäste die Reaktion auslöst. Zum Beispiel direktes Ansprechen, Anblicken, Hinunterbeugen, etc.

Zeigt ein Alttier dieses Verhalten, sollte idealerweise das Problem durch einen Tierpsychologen vor Ort untersucht werden. Die Ursachen und Wechselwirkungen können zu komplex sein, als dass dies hier seriös - ohne Beobachtung des speziellen Einzelfalls - behandelt werden könnte. Bitte nehmen Sie mit einem Tierpsychologen ihres Vertrauens Kontakt auf.

 

 

 

H. WEITERE HINWEISE

 

 

 

 

I. ALLES GUTE FÜR IHREN HUND

 

Wenn Sie diese Seite in einer akuten Problemsituation gelesen haben,
wünschen wir Ihnen, dass ihr Hund, Sie und ihre Familie diese Zeit schnell und gut überstehen. Wir sind uns sicher - weil es schon millionen Mal geklappt hat - auch ihr Hund wird bald stubenrein sein.

Wir wünschen
Alles Gute!

***Fest-die-Daumen-drück!!!***
***Ganz fest-die-Daumen-drück!!!***
***Super ganz fest-die-Daumen-drück!!!***

 

 

Y. WEITERE HINWEISE

 

 

 

Z. DOKUMENTEN-HISTORIE

 

 

 

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