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Wenn ein Hund Kot frisst - seinen eigenen oder fremden Kot aufnimmt - ist das mehr als nur ein ästhetisches Problem. Häufig handelt sich um eine schwerwiegende Verhaltensstörung. Viele Hundebesitzer ekeln sich dann vor dem eigenen Hund, wenn er mit einem kot-verschmierten Maul voll menschlichen Fäkalien zwischen den Zähnen herkommt und schmusen will. Sein Atem riecht scheußlich. Eltern graust es bei dem Gedanken, wenn ihr Hund voll von fremder, vielleicht krankmachender Hundescheiße aber auch Menschenkot - von den eigenen kleinen Kindern abgeknuddelt werden will. Dazu ist vielen Hundebesitzern dieses Thema auch einfach nur peinlich. Diese Dokumentation will Hundebesitzern zeigen, dass sie mit diesem so unangenehmen Thema nicht allein sind und Wege aufzeigen das Problem der Kotfresserei in den Griff zu bekommen. Sie finden hier von medizinischen Mitteln über verhaltenstherapeutische Ansätze bis zu alten Hausmitteln eine Vielzahl von Möglichkeiten und Tipps gegen das Kotfressen, viele die man einfach auch mal ausprobieren kann. Jeder Hund ist anders und mit etwas Glück finden Sie das Mittel oder die Kombination verschiedener Mittel die Ihnen und ihrem Hund weiter helfen.

 

NOTFALL-CHECKLISTE : Hund frisst Kot

 

Unsere Hunde gehören zur Familie - sie dürfen mit aufs Sofa, bei manchen sogar mit ins Bett, sie spielen mal mit unseren Kindern, werden von ihnen geknuddelt - manchmal lecken sie sogar hin und wieder ihren Menschen über das Gesicht. Mit fremden Menschkot und Hundescheiße im Maul wird das zum echten Problem. Nicht nur ästhetisch. Wenn der Hund dazu den Kot nicht nur frisst - sondern sich auch im Kot oder Aas wälzt - wird unser Hunde-Liebling selbst zur Infektionsquelle. Durch Kot werden derart viele Krankheitserreger übertragen, dass die Kotfresserei des Hundes (Koprophagie ist der Fachausdruck dafür) dringendst beendet werden muss. Kotfressen ist ein gravierendes Gesundheitsrisiko für seine Menschen und auch für den kotfressenden Hund selbst.

 

Info: Die Krankheitsübertragung und Infektionsgefahr insbesondere beim Menschen-Kot-fressenden Hund muss sehr ernst genommen werden. Der Hund wird über seine Schnauze, Gebiss und Fell indirekt zum Überträger einer Schmierinfektion von Mensch zu Mensch. Alle gefährlichen Krankheiten die von Mensch zu Mensch über den Kot per Schmierinfektion übertragen werden könnten, kann so ein Hund an und in seiner Schnauze tragen. Und übertragen - auf andere Hunde, auf den Hundehalter - aber auch auf die Kinder in der Umgebung des Hundes. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Diese Dokumentation zeigt dem Hundehalter auf, welche medizinischen und verhaltenstherapeuthischen Möglichkeiten es gegen das Kotfressen beim Hund gibt und darüber hinaus, wie der Hundehalter sich selbst verhalten sollte und welche erprobten Hausmittel einen Versuch Wert sein könnten - wenn der Hund an Scheiße ran geht.

 

A. AUSGANGSLAGE

  • der Hund frisst Kot
  • vor allem Hundekot - aber auch Katzenscheiße und menschliche Exkremente
  • der Hund sucht regelrecht nach Kot, manche entwickeln einen Heißhunger auf Scheisse
  • Kot von Pflanzenfressern (Kaninchenkötel, Pferdeäpfel, Schafscheiße, Kuhhaufen, etc.)
  • manche Hunde essen sogar den eigenen Kot
  • manche müssen sich danach übergeben und erbrechen den fremden Kot in der Wohnung - was für die Besitzer selbst abstoßend, ekelerregend nahe am Brechreiz ist
  • der Hund bekommt danach häufig auch Durchfall

 

Info: Die durch Kot übertragbaren Krankheiten sind eine äusserst ernst zu nehmende Gefahr für Menschen und auch insbesondere für Kinder. Menschenkot, Hundekot, Katzenkot, Fuchskot, usw. enthalten eine Vielzahl durch infektiöse Darmparasiten und Krankheitserreger wie Viren und Bakterien übertragbare Krankheiten. Der Hund kann bei der Aufnahme von Menschenkot als Schmierinfektion - Infektionen von Mensch zu Mensch (!) - über den Menschenkot direkt an seiner Schnauze, Fell und Gebiss übertragen. Es ist als würden Sie an einer Autobahntoilette direkt in die Menschen-Scheiße ihres Vorgängers fassen - nur jetzt nicht über die Kloschüssel, sondern an der Schnauze und dem Fell ihres eigenen Hundes.

 

A.1 HINTERGRUND-INFOS: durch Kot übertragbare Krankheiten - Infektionsquelle Kot durch Schmierinfektion auch vom Hund auf den Menschen

  • Giardien (hochinfektiöse, parasitäre Einzeller), insbesondere wenn der Hund den infizierten Durchfall und weichen Kot anderer Hunde aufnimmt
  • Wurmeier
  • Spulwürmer
  • Bandwürmer ( Hundebandwurm-Arten, Fuchsbandwurm )
  • Hepatitis
  • Parvovirose, über den Kot verbreitete, bei Welpen in kurzer Zeit oft auch tödlich endende, hochinfektiöse Viruserkrankung
  • Toxoplasmen aus dem Katzenkot, wenn der Hund direkt über seine Schnauze oder Fell nach der Aufnahme von Katzenkot die Krankheit auf den Menschen überträgt
  • Übertragung von Salmonellen, z.B. aus Hühnerscheiße oder Nagetier-Kötel, wenn der Hund Scheiße isst - über die Hundeschnauze und Fell auf Kinder und Erwachsene

 

Info: Wenn Ihr Hund Kot frisst erhöht sich sein Risiko selbst sich mit schweren Erkrankungen von anderen Hunden zu infizieren ganz erheblich. Es empfiehlt sich mit dem Tierarzt absprechen, ob der Hund wegen dieser infektiösen Angewohnheit und der hohen Wahrscheinlichkeit einer Wurm- bzw. Parasiten-Ansteckung öfter entwurmt werden sollte (z.B. eine monatliche Entwurmung). Neben den medizinischen Folgen des Kot-Fressens empfiehlt es sich dringend, durch verhaltenstherapeutische Maßnahmen (siehe unten) gegen diese Verhaltensstörung vorzugehen.

 

A.2 HINTERGRUND-INFOS: Risikofaktoren und Folgen des Kotfressens

  • Exkremente sind oft mit Parasiten (Zysten, Eiern und Larven) und anderen Krankheitserregern wie parasitären Einzeller (u.a. Giardien ), mit Viren und Bakterien verseucht
  • häufig folgt beim Fressen von Kot auch Durchfall als Folge der unverträglichen Kotbestandteile und aufgenommenen Krankheiten in den Fäkalien des ausscheidenden Hundes
  • der Hund selbst kann über sein Maul z.B. beim Schmusen zum Überträger von Krankheiten und Parasiten auf den Menschen (Zoonosen) werden, die sich in den fremden Kot befinden, z.B. Übertragung von Spulwürmer auf die Kinder in seiner Umgebung
  • darüber hinaus stinkt der Hund abstoßend, ekelerregend aus dem Maul ( siehe auch -> Mundgeruch )

 

Info: Giftige Pferdeäpfel bei der Pferdeentwurmung durch Entwurmungsmittel: Pferdeäpfel von Pferden, die gerade entwurmt werden, können für einen Hunde giftig werden wenn er diesen frisst. Deshalb Hunde niemals Pferdeäpfel fressen lassen.

 

A.3 RISIKOFAKTOR: Pferdeentwurmungsmittel in Pferdeäpfel

  • bei der Pferdeentwurmung werden pharamzeutische Mittel eingesetzt, die teilweise in den Exkrementen des Pferdes - also Pferdeäpfel - wieder ausgeschieden werden
  • kotfressende Hunde, die diese vergifteten Pferdeäpfel fressen, können in ernsthafte Gefahr kommen
  • zur Hochrisikogruppe gehören Hunde mit einem Gendefekt, den sogenannten MDR1-/- bzw. MDR1-/+ Hunden
  • die für diese Hunde hochgiftigen Wirkstoffe sind Ivermectin und Moxidectin (siehe Packungsbeilage oder behandelnden Tierarzt des Pferdes fragen)
  • aber auch außerhalb der Hochrisikogruppe können Pferdeentwurmungsmittel Hunde - je nach aufgenommener Dosis - vergiften, Details siehe auch -> Vergiftungen

 

Info: Durch das Kotfressen selbst kann der Hund einen undefinierbaren Medikamenten-Cocktail vom Kot-ausscheidenden Mensch oder Tier aufnehmen. Insbesondere Reste von Pferdeentwurmungsmittel in Pferdeäpfel können dabei dem Hund ernsthaft gefährlich werden.

 

A.4 RISIKOFAKTOR: Übertragung von Giftstoffen und Pharmazeutika über den Kot

  • Pferdeentwurmungsmittel
  • Medikamente aller Art - die oral von Menschen und aber auch Tieren aufgenommen und teilweise über deren Kot ausgeschieden wurden - und deren Reste wiederum vom Kot-fressenden Hund aufgenommen werden
  • Drogen bzw. Abbauprodukten von Drogen im Menschenkot von Drogensüchtigen, der von kotfressenden Hunden z.B. in Stadtparks aufgenommen wird und noch teilweise mit Drogen oder Abbauprodukten kontaminiert ist

 

 

Kot-Fressen beim Welpen - warum macht er das?

  • bei Welpen und jungen Hunden bis etwa 12 Monaten ist es gar nicht so selten, daß der Welpe unterwegs an 'interessanten' Dingen wie Aas und auch einem Kothaufen schnuffelt
  • es gehört zur natürlichen Welpenentwicklung, dass der Welpe sich für seine Umgebung interessiert, es mal in den Mund nimmt und auch in manch Ungeniesbares hinein beißt
  • dabei kann es vorkommen er auch mal an stinkendem Kot oder Aas probiert
  • schon hierher gehört ein scharfes Abbruchsignal "PFUI" zur Hygieneerziehung - grundsätzlich immer (!) - wenn er an Kot geht
  • schlimmstenfalls - weil das Aas vielleicht von einer an Rattengift verstorbenen, noch hochgiftigen Ratte ist ( Details siehe Rattengift ) und der Scheißhaufen mit Spulwürmern, Bandwürmern und Giardien kontaminiert ist
  • es ist deshalb so wichtig, möglichst früh mit einem spielerischen Training, das den Welpen nicht belastet, möglichst früh anzufangen - weitere Details siehe -> Giftköder-Präventionstraining, dies lässt sich im Sinne eines Anti-Kot-Fress Training anwenden
  • eine der wissenschaftlich nicht bewiesenen Theorien zur Kotaufnahme ist, dass der Welpe und Junghund so Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Teile der fremden Darmflora aufnehmen würde
  • besonders ist auch zu berücksichtigen, dass bestimmte Pferde-Entwurmungsmittel den Pferde-Darm noch hochgiftig passieren können und für Hunde und insbesondere Welpen der Dosis wegen tödlich sein können (weitere Details siehe oben Punkt A2. )
  • Kann sich das Kotfress-Problem mit der Welpenentwicklung auswachsen? Klares Ja, bei Jungtieren hört die Aufnahme von Kot mit der Zeit, manchmal nach etwa 6 bis 12 Monaten auf. Die Zusammenhänge wie die Ursachen der Aufnahme von Scheiße überhaupt sind nicht klar: möglicherweise ist es eine konsequente Hygiene-Erziehung (siehe unten), die doch noch zum Erfolg führt

 

B. SOFORTMASSNAHMEN

STRATEGIE: jeglicher Kontakt zu Kot muss ab sofort grundsätzlich verhindert werden!

 

B.1. Maßnahmen im eigenen Garten und Wohnung, bei der Welpenaufzucht

  • der Hund ist ab sofort unter Beobachtung!
  • Kothaufen im eigenen Garten und wenn es mal passiert natürlich auch in der Wohnung sofort entfernen, damit der Hund erst gar nicht die Gelegenheit hat eigenen Kot, den anderer Hunde, von Katzen, Igel, Marder etc. zu fressen
  • ggf. ein Katzenklo sofort nach Gebrauch reinigen
  • Welpenbox unbedingt sauber halten, damit sich die Welpen nicht aus Langeweile mit dem eigenen Kot beschäftigen
  • falls es sich um einen Zwingerhund handelt, Kot unbedingt immer sofort entfernen und idealerweise auf den Zwinger ganz verzichten

 

Das Problem Kotfressen kann nur gesamtheitlich gelöst werden - dazu ist Vieles notwendig

  • medizinische Abklärung aller denkbaren Ursachen
  • medizinische Behandlung der diagnostizierten Erkrankungen
  • Abklärung von Ernährungsproblemen
  • Abstellung von Mangelerscheinungen
  • Management der typischen Kotaufnahme-Situationen
  • verhaltenstherapeuthische Behandlung der Kotaufnahme, manchmal hat sich diese Gewohnheit beim Hund über Jahre eingeschliffen
  • konsequente Hygiene-Erziehung, das ist um so leichter je weniger lang der Hund diese Gewohnheit des Scheißefressen hat
  • auch der Einsatz der sehr verschiedenen Hausmittel (siehe unten) ist auf jeden Fall einen Versuch wert

 

B.2. Maßnahmen unterwegs - wenn es wieder passiert, daß der Hund Scheise frisst - konsequente Hygiene-Erziehung

  • als Gassigänger unterwegs ganz genau darauf konzentrieren, in welche Richtung die Hundenase geht
  • Unterbrechungssignal, Alarmschrei ... <>
  • wenn gar nichts hilft: den Hund nur an der Leine Gassigehen lassen
  • ggf. zeitweise einen Maulkorb aufsetzen, um die Aufnahme von Scheiße zu erschweren

 

Info: Schimpfen mit dem Hund hat - auch wenn er noch so beschissen stinkt - keinerlei Sinn! Und wenn er noch so stinkt! Und wenn er sich noch so mit Exkrementen eingesaut hat! Er würde schon wenige Sekunden nach der Kotaufnahme ihr Schimpfen nicht mehr mit der Scheiße in Verbindung bringen. Hunde ticken da völlig anders als Menschen.

B.3. Ernährung überprüfen: Mangelernährung muss bei Scheißefresserei von vornherein ausgeschlossen werden können - oder bei Verdacht auf Vitaminmangel oder Mineralienmangel die Ernährung entsprechend umstellen

  • wenn der Hund an einer Fehlernährung oder Mangelernährung leidet, ist das ein Ernährungsfehler, den der Hundehalter sofort angehen muss
  • den Kotfresser sofort vom billigem Discounterfutter umstellen auf hochwertiges Futter
  • abwechslungsreicher füttern, auch einmal ein Joghurt über das Futter, Quark, frisches geriebenes Gemüse
  • Fütterung evtl. auf BARF umstellen
  • eine ganz genau Liste der wöchentlichen Nahrungsbestandteile aufstellen (wichtig für den Tierarzt)

 

Info: Wenn Ihr Hund Kot frisst, kann das auch ein Hinweis auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sein. Die Bauchspeicheldrüse erzeugt Verdauungsenzyme für den Fettstoffwechsel. Störungen in diesem Bereich kann jedoch nur der Tierarzt mit einem Laborbefund sicher nachweisen. Neben der Exkrementenaufnahme sind Symptome für die Erkrankung u.a. auch struppiges Fell, Durchfall, Blähungen und langsamer Gewichtsverlust.

 

B.4. bei Welpen: viel mehr Aufmerksamkeit geben, sich viel mit ihnen beschäftigen, viel spielen, Programm gegen Langeweile planen, nur dem Alter entsprechend lange alleine lassen, Suchspiele, Intelligenzspiele

  • Kotfresserei bei Welpen kann schlichtweg durch Langeweile in der Welpenbox ausgelöst werden
  • der Welpe sieht einfach nur seine eigene Scheiße vor sich
  • irgendwann beginnt er mit der Scheisse zu spielen
  • deshalb bei Welpen den Kot sofort nach dem Absetzen entfernen
  • denn irgendwann probiert er den eigenen Kot - das ist durch Hygiene-Maßnahmen und Ablenkung zu vermeiden
  • Hunde in jedem Lebensalter aber insbesondere Welpen geeignetes Spielzeug anbieten, damit sie nicht aus Langeweile beginnen mit dem eigenen Kothaufen oder dem der Geschwister zu 'spielen'

 

INFO: Ist Kotfressen normales Hundeverhalten?

  • klares Nein, Kotfressen ist kein normales Hundeverhalten
  • durch Kotfressen können sich epidemisch schwere Krankheitserreger in kürzer Zeit über eine Hundepopulation verbreiten
  • die Aufnahme insbesondere von fremden Hundekot aber auch von anderen Fleischfresser-Tierarten ist also sehr Risiko-behaftet
  • wenn bei Hunden die schon lange regelmäßig Kot fressen alle medizinischen Ursachen behandelt sind, führt an einer Verhaltenstherapie kein Weg vorbei
  • Wenn sich der Hund nur in der Scheiße und in Aas wälzt - ist das normal? Aufgrund der Übertragung von Krankheitserregern auf Hund und Mensch sollte auch das nicht geduldet werden

 

B.5. Risikomanagement (siehe unten durch Kot übertragene Krankheiten)

  • Gegenkonditionierung mit präparierten Kothaufen (Pfeffersauce oder Bitterstoffe), siehe auch unten Verhaltenstherapie, Gegenkonditionierung
  • wenn das nicht erfolgreich ist, jeglichen Kontakt zwischen Hund und Kothaufen verhindern
  • den Hund bis zum Abschluss eines erfolgreichen Anti-Kot-Fress Training (analog Giftköder-Präventionstraining) nicht mehr von der Leine lassen
  • wenn alles nicht hilft, Maulkorb aufsetzen - um die Kotaufnahme zu erschweren
  • den Hund ab sofort nicht mehr unbeaufsichtigt lassen
  • sofort eingreifen, wenn er an irgendetwas ran geht
  • falls der Hund eigenen Kot frisst, diesen im eigenen Hof oder Garten sofort beseitigen
  • Plätze meiden, an denen bekanntermaßen viel Kot, auch Menschenkot liegen kann, z.B. Gebüsche an Liegewiesen, Hundewiesen, Autobahnparkplätze, etc.
  • beim Gassigehen den Hund mit Mega-Leckerli ablenken, wenn es an einem Kothaufen, z.B. Pferdeäpfel vorbei geht

 

INFOBOX: 10 Gründe warum ein Hund Kot frisst

  • eine erworbene Verhaltensstörung (z.B. bei Zwingerhaltung Fressen des eigenen Kotes, oder als Welpe in der Prägephase ausprobiert und erlernt )
  • Mangelernährung mit Mangelerscheinungen, Mineralstoffmangel, Vitaminmangel, insbesondere Mangel an Vitamin K, etc.
  • einseitige Ernährung ohne jegliche Abwechslung (z.B. tagein, tagaus nur das gleiche Discountertrockenfutter und Wasser)
  • Mangel an Verdauungsenzymen
  • Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse (Bauspeicheldrüseninsuffizienz, Chronische exokrine Pankreasinsuffiziens CPI ) mit der Folge eines Mangels an Verdauungsenzymen
  • Hunger z.B. während einer zwangsverordneten Diät
  • bei Hunden bis etwa ein Jahr: Mangel an bestimmten Darmbakterien
  • Störung der Darmflora
  • der Kot riecht nach Lockstoffen und Geschmacksverstärkern, die bereits im industriellen Fertigfutter enthaltenen sind und mit dem Kot wieder ausgeschieden werden und den Kotfresser anlocken
  • Mutterhündin frisst Welpenkot (Welpen sehen: Kot man fressen)
  • angeborene Veranlagung zur Koprophagie (Scheiße fressen)

 

B.6. Bindungstraining

  • grundsätzlich ist eine starke Bindung zwischen Mensch und Hund wichtig, damit der Hund immer auf seinen Menschen achtet; siehe dazu auch analog das Giftköder-Präventionstraining
  • das Bindungstraining ist vor allem beim Freilauf wichtig, der Hund bleibt so auch in kritischen Situationen - wie dem Finden von Exkrementen oder Aas - noch abrufbar

 

Info: Wie den Hund von Scheiße säubern? Wenn der Hund mit Menschen engen Kontakt hat, muss er nachdem er sich mit Scheiße eingesaut hat, penibel gesäubert werden. Dies ist ein hygienisches Muss. Sonst kann er durch Schmierinfektionen direkt über das Maul aber auch über das Fell und Haare gefährliche Krankheiten auf Menschen und andere Hunde übertragen.Der Hund muss also gereinigt werden: Waschen, Duschen, Schamponieren, Zähneputzen.

 

B.7. Hygiene-Massnahmen - wie den Hund reinigen wenn er sich mit Scheiße versaut hat

  • ziehen Sie bei der Reinigung des Hundes auf jeden Fall Putzhandschuhe an
  • wenn das Fell des Hundes mit Scheiße versaut ist, hilft letztendlich nur waschen
  • wenn das Fell nur Scheisse an kleineren Stellen verunreinigt ist, reicht evtl. das Entfernen des Kotes mit Reinigungs-/Papier-/Putztüchern
  • ansonsten: selber den Hund duschen, baden, schamponieren oder mit ihm in den Hundesalon
  • bei Scheiße im Maulbereich: dem Hund einen Apfel zum Fressen geben, das reinigt auch die Zahnzwischenräume von den Exkrementen - danach wenn möglich Reinigung mit der Zahnbürste

 

Info: Kann die Aufnahme von Kot, insbesondere von eigenem Kot ein Protest-Verhalten sein? Nein. Die Erklärung Protestverhalten spiegelt eine menschliche Sichtweise wieder. Der Hund kennt weder Begriffe wie gut oder schlecht, und schon gar nicht im menschlichen Sinne sozial angemessen oder absolut gesellschaftlich inakzeptabel - wie das Fressen des eigenen Kotes, sich mit Kot verschmieren etc. Also kann der Hund auch nicht bewusst Scheißefressen und sich in Scheise oder Aas wälzen um gegen irgendetwas zu protestieren. Diese Kategorien sind dem Hund fremd. Kotfressen als Prostest-Verhalten scheidet also als Ursache aus: dazu müsste der Hund auch unsere menschlich-gesellschaftliches Tabus gegenüber Scheisse und dem Verzehr von Exkrementen verstehen - um dann ganz 'bewusst' aus Protest gegen unsere sozialen Regeln zu verstoßen. So viel vorsätzliche soziale Inkompetenz bringt ein Hund nicht auf - dafür sind Hunde zu ehrlich.

 

C. URSACHENFORSCHUNG

C.1. Überblick über die Ursachen des Kotfressens

  • in der Wissenschaft gibt nur wenige eindeutige Erklärungen für die Kotfresserei (Koprophagie)
  • relativ gut untersucht und auch nachgewiesen ist das Kotfressen in Verbindung mit bestimmten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • viele der nachfolgenden möglichen Ursachen beruhen daher oft auf der Beobachtung von Einzelfällen

 

Info: Kotfressen beim Hund kann man auf mehrere verschiedene Arten unterscheiden: das Fressen von eigenem Kot oder von fremdem Hundekot, Fressen von Pflanzenfresserkot (Pferdeäpfel, Schaf- oder Ziegenkot, Kaninchen-Kötel, etc.) oder von Fleischfresserkot (Fuchskot, Katzenscheiße, Marderkot, etc.), die Aufnahme von menschlichen Exkrementen, die Kotaufnahme in der Welpen- und Junghund-Zeit (bis etwa 12 Monate) und das Scheißefressen als erwachsener Hund. Diese Unterscheidungen können hilfreich bei der Beurteilung der Risiken und zur Ursachenfindung des Kotfressens sein. Wenn der Hund ein Freund von Pferdeäpfel ist, kann bei der bei der Entwurmung von Pferden anfallende Pferdekot mit Resten des Entwurmungsmittels für Hunde tatsächlich giftig sein (s.o.).

 

C.2. Kotfressen als Zeichen einer Mangelernährung

  • wird der Hund besonders einseitig ernährt
  • wird der Hund weitgehend mit billigem Industriefutter ernährt
  • im Zweifelsfall die Nahrungsbestandteile des Futters prüfen
  • Mangelerscheinungen, Mineralstoffmangel, Vitaminmangel, insbesondere Mangel an Vitamin K
  • Vitamin K1 ist u.a. in Spinat, Leber, Eier, Fisch enthalten

 

C.3. Kotfressen in Verbindung mit einer Kalorienreduktion/Diät

  • es wurde beobachtet dass Hunde auf Diät, die Kotaufnahme als alternative Nahrungsquelle mit in ihr Verhaltensrepertoire aufgenommen haben
  • die Hunde fressen Kot quasi aus Hunger
  • wenn das die individuelle Ursache für das Kotfressen ist, hat man die Möglichkeit den Hund noch direkt vor der Gassitour zu füttern

 

C.4. Kotfressen als Zeichen von starkem Parasiten-Befall

  • auch starker Befall von Darmparasiten wird mit Kotfressen in Verbindung gebracht, insbesondere einer starken Wurmbefall
  • mutmaßlich könnte hier eine Unterversorgung mit Nährstoffen eine Rolle spielen
  • im Rahmen einer tierärztlichen Untersuchung sollte auf jeden Fall auf Darmparasiten untersucht werden
  • da kotfressende Hunde mit einem hochgradigen Risiko einer Parasitenaufnahme durch den fremden Kot eingehen, muss auch eine häufigere Entwurmung mit in Betracht gezogen werden

 

C.5. Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) als mögliche Ursache des Kotfressens

  • die innere Erkrankung, die mit dem Essen von Kot zusammenhängt ist die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
  • die Bauchspeicheldrüse erzeugt u.a. Enzyme die in den Darm abgesondert und dort zur Fettverdauung dienen
  • wenn die Bauchspeicheldrüse krankheitsbedingt nicht mehr ausreichend Enzyme herstellen kann, so wird vermutet - versucht der Hund durch Kotaufnahme Mängel auszugleichen
  • mit der Pankreasinsuffizienz treten weitere Erscheinungen über das Kotfressen hinaus auf: u.a. struppiges Fell, Durchfälle mit Blähungen, langsamer Gewichtsverlust
  • bei Verdacht auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sollte der Hund auf jeden Fall vom Tierarzt untersucht werden

 

Info: Es gibt tatsächlich eine natürliche Ausnahme, in der die Kotaufnahme natürlich ist: In den ersten Tagen nach der Geburt ist es für Hündinnen normal, die neugeborenen Welpen sauber zu lecken und dabei deren Urin und Kot oral aufzunehmen. Das Muttertier leckt also nach der Geburt in den ersten Tagen instinktiv die Welpenexkremente auf und hält damit die 'Wurfhöhle' sauber (Nestsäuberung). Dieses Verhalten hat aber mit dem Kotfressen als Verhaltensstörung nichts zu tun und hält auch nur kurze Zeit nach der Geburt an.

 

C.6. Kotfressen als Verhaltensstörung (Teil I) : falsch geprägtes Verhaltensmuster während der Welpenentwicklung/Aufzucht-Phase

  • wenn der junge Hund / Welpe in einem Zwinger gehalten wurde
  • der Hund häufig seinem eigenen Kot bei kleinem Platzangebot ausgesetzt war
  • konnte der Hund Kotfresserei bei anderen Hunden aus seinem Umfeld beobachten (Lernen durch Nachahmung)
  • stammt der Hund aus unhygienischen Verhältnissen
  • hat er als Welpe mit seinem eigenen Kot gespielt, möglicherweise aufgrund von Eintönigkeit, Reizarmut (Deprivation), Isolation, Langeweile, mangels anderer ablenkender Angebote

 

Info: Eine interessante Beobachtung machen manchmal Hunde-Züchter: während es in einem Wurf einen Welpen gibt der sich am Kot vergeht, interessieren sich die anderen Welpen für Kot überhaupt nicht. Trotz der absolut identischen Haltungsbedingungen und der sehr ähnlichen Gene in dem Wurf verhalten sich die Welpen unterschiedlich.

 

C.7. Kotfressen als Verhaltensstörung (Teil II) : falsch erlernte Form von Zuwendung und Aufmerksamkeit von Herrchen/Frauchen

  • wenn sich der Hund über Kot her macht, gibt es seitens seiner Menschen jede Menge Aktion, Gerufe, Schimpfen, Geschrei, Geputze, Ekeläusserungen ... 'Du altes Ferkel', 'Ich könnte kotzen ... stinkst Du nach Scheisse ...' etc.
  • auch menschliches Schimpfen bedeutet für den Hund zunächst einmal eine Form von Aufmerksamkeit und Zuwendung - die Frage ist: bekommt der Hund vielleicht zu wenig Aufmerksamkeit, so dass er sie sich so holen muss?
  • für den Hund sind auch Schimpftiraden wertneutral zunächst einmal emotionale Zuwendungen seiner Rudelmitglieder, die er ja sprachlich inhaltlich gar nicht nicht verstehen kann
  • der Hund weiß nur: wenn ich Scheisse fresse, finde ich Beachtung, dann stehe ich im Mittelpunkt - und das ist schön, ein positives Erlebnis für ihn, wenn sich sonst kaum jemand um ihn kümmert
  • möglicherweise hat der Welpe in seiner Prägephase Kotfressen zufällig ausprobiert, erlernt und durch spätere menschliche Verstärkung letztlich eingeprägt

 

C.8. weitere mögliche Ursachen des Kotfressens, die diskutiert werden

  • bei Hunden bis etwa ein Jahr, könnte der Mangel an bestimmten Darmbakterien zur Aufnahme von fremden Kot führen
  • eine Störung der Darmflora des Hundes generell
  • im industriellen Fertigfutter sind Lockstoffe und Geschmacksverstärker enthalten, die die Darmpassage eines Hundes überstehen und mit seinem Kot wieder ausgeschieden werden und dann unter den anderen Hunden eben den Kotfresser aufgrund der noch wirksamen Lockstoffe und Geschmacksverstärker anlocken und zum Exkrementefressen animieren
  • angeborene Veranlagung zur Koprophagie (Scheiße fressen)
  • einfach die natürliche Neugierde in bestimmten Lebensphasen bei Welpen, in alles reinzubeissen und zu benagen, was dann irgendwann sich zur Gewohnheit verselbständigt hat
  • generell fehlende Aufmerksamkeit, Langeweile, Alleinsein (siehe auch oben: falsch geprägtes Verhaltensmuster während der Welpenentwicklung)

 

 

D. WANN ZUM TIERARZT ?

  • wenn es neben der Kotaufnahme Anzeichen für weitere Krankheiten gibt (z.B. schlechtes Allgemeinbefinden, struppiges Fell, Durchfall, etc. )
  • mögliche Mangelerscheinungen sollte man vom Tierarzt abgeklären lassen
  • wenn gar nichts gefunden wird, sicherheitshalber auch ein großes Blutbild machen lassen
  • Kotprobe zum Tierarzt mitbringen, u.a. wegen dem Nachweis bzw. dem Ausschluß einer Bauspeicheldrüseninsuffizienz und von Parasitenbefall

 

Info: Wenn ein Hund einmal das Kotfressen in sein Verhaltensrepertoire aufgenommen hat, kann es sehr schwer werden ihm das wieder ab zu gewöhnen. Sogar wenn die ursprünglichen Gründe dafür längst weggefallen sind. Es kann von daher in hartnäckigen Fällen - wenn Sie als Hundehalter selbst bei der Problemlösung nicht weiter kommen - sinnvoll sein, die professionelle Hilfe von Fachtierärzten für Verhaltenstherapie, Tierpsychologen oder Verhaltensberatern mit Spezialisierung Hund in Anspruch zu nehmen.

 

E. VERHALTENSTHERAPIE

E.1. Ausgangslage für die Verhaltenstherapie

E.1.1 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verhaltenstherapie gegen Kotfressen

  • sämtliche medizinischen Untersuchungen (s.o.) müssen vor Therapiebeginn erledigt sein, Krankheiten ausgeschlossen oder der Hund medizinisch in entsprechender Behandlung sein
  • eigentliche organische Ursachen des Kotfressens (z.B. Wurmerkrankungen, Mangelernährung oder eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung, etc.) müssen abgestellt oder in medizinischer Behandlung sein
  • erst wenn alle medizinischen Ursachen ausgeschlossen sind, kann man beginnen verhaltenstherapeutisch gegen das Kotfressen vorzugehen
  • der Hund hat sich über einen möglicherweise langen Zeitraum angewöhnt, Kot als normalen Bestandteil seiner Ernährung zu betrachten
  • die verhaltenstherapeutische Behandlung des Kotfressens kann nur über einen gesamtheitlichen Ansatz erfolgreich sein

 

E.1.2 Anamnese (die Vorgeschichte der Verhaltensstörung)

  • welche Arten von Kot werden gefressen (eigener Kot, fremder Hundekot, Menschenkot, Kot anderer Tierarten)
  • gibt es noch weitere Verhaltensauffälligkeiten, wie zum Beispiel ein Übermaß an Ängstlichkeit
  • wälzt sich der Hund zusätzlich im Kot oder Aas
  • wann ist das Kotfressen zum ersten Mal aufgetreten
  • wie war die Welpenentwicklung des Hundes
  • wie lange ist der Hund allein am Tag
  • wie läuft das Kotfressen typischerweise ab
  • wie wird der Hund ernährt
  • gab es entscheidende Einschnitte, Ereignisse oder Wendepunkte im Leben des Hundes

 

E.2 Erziehung des Hundes zur Sauberkeit und Hygiene - klare Abbruch-Signale bei Kotaufnahme

  • den Hund vorausschauend beobachten, insbesondere auf der Gassitour und beim Freilauf
  • auf jeden Versuch einer Kotaufnahme sofort, das heißt praktisch in der (!) Sekunde in der es geschieht - mit einem Unterbrechungssignal reagieren
  • ein Unterbrechungssignal bei Kotaufnahme ist zum Beispiel ein scharfes, lautes "PFUI"
  • blickt der Hund nach dem Unterbrechungssignal "PUI" auf, erfolgt ein Abrufsignal mit "HIER"
  • wenn der Hund den Abruf befolgt und herkommt, lässt man ihn "SITZ" machen und belohnt mit Mega-Super-Leckerli (vielleicht hat man für ihn sogar den selbstgemachten Mega-Stinke-Käse - Rezept siehe unten - in einer kleinen Tupperschüssel dabei)
  • doch niemals hinterher den Hund in irgendeiner Form beschimpfen oder gar bestrafen - er würde das drei Sekunden nach der Kotaufnahme schon gar nicht mehr verstehen - der pädagogische Effekt wäre gleich Null
  • wenn der Hund beim Freilauf das Unterbrechungssignal partout ignoriert und immer wieder Kot aufnimmt, hilft nichts: aufgrund der vielen durch Kot übertragene Krankheiten muss die Situation gemanaged werden. Wie das geht, Details siehe oben unter Risikomanagement

 

Info: Gegenkonditionierung durch Präparierung von Kot mit Pfeffersauce oder Bitterstoffen - eine Abwägung. Durch Kotfressen überträgt der Hund Krankheiten auf sich und potentiell auch auf seine Menschen. Dieser Infektionsweg muss dringend unterbrochen werden. Nicht auszudenken wenn der Hund auch noch Kontakt zu Kindern hat. In dem Moment wo er Menschenfäkalien am Maul hat überträgt er beim Schmusen über sein Fell sogar Krankheiten, quasi von Mensch zu Mensch - ohne selbst zu erkranken. Beispielsweise Gelbsucht, Hepatitis, andere Schmierinfektionen. Wem Pfeffersauce zu heftig oder auch unwirksam erscheint, sollte seinen Tierarzt auf alternative pharmazeutische Mittel zum Gegenkonditionieren ansprechen (z.B. Bitterstoffe).

 

E.3 Gegenkonditionierung bei fremdem und eigenem Kot

  • die Aufnahme von Kot ist für den Kotfresser ein selbstbelohnendes Verhalten
  • dies muss durchbrochen werden
  • die Gegenkonditionierung erfolgt direkt bei der Kotaufnahme durch zuvor präparierten Kot
  • es wird dabei der Kot mit scharfer Pfeffersauce oder Bitterstoffen versetzt
  • beim Gassigehen erfolgt die Präparierung der Kothaufen idealerweise von einer weiteren Person, die vornweg geht und die Pfeffersauce (Bitterstoffe) anbringt
  • in Abwägung der Gefahren der Krankheitsübertragung durch Kotfressen für den Hund und seine Menschen ist Pfeffer harmlos
  • die Gegenkonditionierung gegen Kotfresserei wird um so erfolgreicher sein, je kürzer sich der Hund das Kotfressen als 'normal' angewöhnt hat
  • grundsätzlich immer zusätzlich bei jeder Kotaufnahme das scharfe Abbruchsignal "PFUI" abgeben, in dem Moment wo der Hund den Kot aufnehmen will

 

E.4 spezielle Gegenkonditionierung beim Fressen der eigenen Scheiße

  • bei Fressen eigener Ausscheidungen hat der Hundehalter oft das nachsehen, weil der Hund sich nur kurz umdrehen muss
  • wenn es für die Anbringung der Pfeffersauce/Bitterstoffe auf dem Kothaufen keine Chance gibt, hier noch eine andere Option:
  • die meisten Hunde mögen wohl die Enzyme verdauter Ananas nicht, Ananas als solche im Futter stört sie aber nicht
  • deshalb zu jeder Futterration ein paar Stückchen Ananas aus der Dose dazu geben
  • alternativ auch reinen Ananas-Fruchtsaft in oder über das Futter geben
  • verdaut sollen Hunde Ananas hassen - einen Versuch ist es auf jeden Fall wert
  • grundsätzlich gilt auch hier: immer bei jeder Kotaufnahme das scharfe Abbruchsignal "PFUI" abgeben, in dem Moment wo der Hund den Kot aufnehmen will

 

Info: Auch ein Hund der sich gerade in Menschen-Scheiße gewälzt hat, kotzerregend stinkt und dem der fremde Kot aus dem Maul trieft und zwischen den Zähnen steckt, braucht Sozialkontakte mit seinen Menschen. Doch wie soll man so eine Situation lösen? Es kostet sehr viel Überwindung für den Hundehalter mit dieser Situation klar zu kommen. Infos zur Hygiene und Reinigen des Hundes finden Sie oben unter Sofortmaßnahmen.

 

E.5 Defizite beseitigen: sich mehr mit dem Hund beschäftigen, mehr Sozialkontakte, psychisch und physisch auslasten

  • ein nicht ausgelasteter Hund mit psychischen oder physischen Defiziten kann vielfälte Störungen entwickeln
  • ist der Hund physisch ausreichend ausgelastet? Gassitouren verlängern, Jogging oder Fahrrad mit dem Hund, Ballspiele auf der Hundewiese, Hundesportverein (Agility), Hunde-Frisbee
  • ist der Hund psychisch ausreichend ausgelastet? Intelligenzspiele, Suchspiele, Fährtentraining
  • mehr Zuwendung dem Hund geben
  • falls der Hund lange allein ist, die Zeiten in den der Hund allein ist reduzieren

 

E.6. Training-Strategien gegen Koprophagie (Kotfressen) analog der Vermeidung der Aufnahme von Giftköder ( Giftköder-Präventionstraining )

E.6.1 Strategische Ziele

  • Kotfressen ist aufgrund der Gesundheitsrisiken für den Hund aber auch für seine Menschen und insbesondere Kinder ein Grund schnellst möglich dagegen vor zu gehen
  • erfolgversprechend ist dabei nur ein gesamtheitlicher Ansatz, der medizinische Aspekte, Beseitigung von Nährstoffmängel bis zu tierpsychologische Ansätze umfassend berücksichtigt
  • das Anti-Kotaufnahme-Training zielt darauf ab, dem Hund alternative Verhaltensweisen zum Kotfressen anzubieten
  • zusätzlich müssen alle medizinisch möglichen Ursachen des Kotfressens (s.o.) untersucht und tierärztlich versorgt bzw. ausgeschlossen werden
  • Mangelerscheinungen, Hunger, etc. in der kritischen Phase, insbesondere beim Freilauf müssen ebenfalls ausgeschlossen sein

 

E.6.2 Training

  • das Anti-Kotfress-Training erfolgt analog dem Anti-Giftköder-Training
  • um dem Hund das Kot fressen abzugewöhnen müssen Sie sehr viel Zeit einplanen
  • Details siehe Anti-Giftköder-Training

 

Info: Hausmittel ( siehe unten Punkt F. ) gegen das Kot fressen gibt es viele - deshalb einfach mal ausprobieren - aber machen Sie sich einen Plan. Hier werden sonst viele Fehler gemacht! Keines dieser Mittel funktioniert auf Anhieb - muss aber konsequent für wenigstens eine Woche ausprobiert werden. Wenn Sie dagegen alles auf einmal in kürzester Zeit durch exerzieren, verspielen Sie ihre Joker. Ein ganze Woche sollten Sie ein Hausmittel Zeit geben - um zu wirken.

 

E.6.2.1 Training: Weglocken vom Kot mit seinem Mega-Super-Leckerli

  • Vorbereitung: der Hund muss angeleint sein
  • Sie haben den Kothaufen vor (!) dem Hund entdeckt
  • gehen nun ganz bewusst auf den Kothaufen zu und beobachten nur ihren Hund
  • in dem Moment wo er den Kot entdeckt, machen Sie in großes Freudenfest mit ihrem Leckerli in der Hand
  • zeigen Sie ihrem Hund ihr Mega-Leckerli
  • geben Sie es ihm aber noch nicht
  • locken Sie ihn nun mit seinem Mega-Super-Leckerli vor der Nase an der Scheiße vorbei
  • wenn ihr Hund nach vermutlich einigen Dutzend Trainingseinheiten das verinnerlicht, wird er assoziieren: immer wenn da Scheiße liegt, bekomme ich eine riesiges Mega-Super-Leckerli
  • falls der Hund doch zur Scheiße will: sachte mit der Leine verhindern, dazu ein scharfes "PFUI" und wenn der Hund herguckt, mit dem Mega-Super-Leckerli vorbei locken

 

E.6.2.2 Der Fuchskacke-Alarmschrei - das Anti-Kotfress-Training der besonderen Art

  • es handelt sich um großes Kino - ohne daß Sie ihren Hund auch nur beachten
  • Sie als Rudelführer zeigen dabei dem Hund, wo es lang geht - ohne den Hund auch nur anzusprechen, er wird einfach ignoriert
  • Sie als Rudelchef greifen unter viel Getöse und Kampfgeschrei den Kothaufen an
  • wenn Sie einen Stock finden, schlagen Sie brutal auf den Kothaufen ein (oder besser leicht daneben, sonst sehen Sie nachher aus wie ihr Hund)
  • die detaillierte Dokumentation der Vorgehensweise finden Sie hier unter Fuchskacke-Alarmschrei

 

Info: Geschichten über erfolgreiche Hausmittel gegen das Scheißefressen gibt es zahlreiche. Einige Tage liegen gelassener, stinkender Harzer Roller Käse (Rezept siehe unten) - und der Hund hat nie wieder Kot aufgenommen. Stinkender Pansen und der gefundene Menschen-Kot war dem Hund zu fade, täglich ein Stück Hefe - und die dem Hund anscheinend fehlenden Nährstoffe gegen das Kotfressen waren gefunden. Alle diese Rezepte (siehe unten) haben jedoch eines gemeinsam: man muss ihnen etwas Zeit geben zu wirken. Wenn Sie sich für ein Hausmittel gegen die Kotaufnahme entscheiden, planen Sie gut eine ganze Woche ein, in der Sie es konsequent anwenden.

 

F. HAUSMITTEL

  • vor jedem Gassiegehen etwas besonders stinkigen Käse füttern, z.B. Harzer Käse, Harzer Roller, Romadur oder Limburger Käse
  • gegen das Fressen des eigenen Kotes: ein Stück Annanas zum Futter geben (wegen der in der Ananas enthaltenen Enzyme)
  • gegen das Fressen des eigenen Kotes: Apfelessig oder Ananassaft über das Futter geben
  • getrockneten Pansen zum Futter geben
  • frischen grünen Pansen verfüttern
  • frischen ungewaschenen Blättermagen geben
  • Banane zum Futter geben
  • immer ein kleines Stück Hefe zum Futter geben
  • Biotin-Nahrungsergänzung
  • Vitamin-B-Nahrungsergänzung
  • Harzer Roller Käse zum Megastinker veredeln (siehe Rezept), vor jeder Gassirunde ein Stück geben
  • Mischung aus Harzer Käse und Heilerde (Mineralien), vor jeder Gassirunde etwas davon geben
  • Hefeflocken
  • Bierhefe
  • Backhefe: die Hefe vierteln und ein Viertel zum Futter täglich in die erste Mahlzeit geben
  • Trockenpansen
  • Trockenfisch, zum Beispiel eine getrocknete Sprotte geben
  • Heilerde zur mineralischen Nahrungsergänzung unter das Futter mischen
  • Heilerde separat geben, z.B. Heilerde mit Dosenmilch anmischen
  • Beispiel für ein Anti-Kotfress-Tagesprogramm: morgens einen Becher Joghurt zum Futter dazu geben, mittags ein Stück Harzer Käse, abends einen Würfel Hefe.
  • Futterumstellung auf BARF

 

F.1 Der Klassiker gegen Kotfressen: Harzer Mega-Stink Leckerli selber machen

  • REZEPT: Harzer Käse zum Megastinker veredeln - für extrem stinkigen Stink-Käse - selbst gemacht
  • Harzer Käse beschaffen (Harzer Roller)
  • luftdichtes Gefäß, ideal flache Tupperschüssel mit luftdichtem (!) Deckel
  • den Harzer Käse in die Tupperschüssel geben
  • an einem warmen Ort, Heizung oder in der Sonne deponieren
  • mindestens drei Tage stehen lassen
  • der Käse muss zerlaufen sein
  • vor jeder Gassirunde ein Stück geben
  • wenn der Hund nachts eigenen Kot frisst, den Harzer Roller abends geben

 

G. PRODUKTE GEGEN DAS KOTFRESSEN


INFO: Die hier genannten Produkte sind lediglich eine Aufzählung und keinerlei Empfehlung. Falls noch ein Produkt gegen das Kot fressen fehlen sollte, bitte um Feedback (über das Impressum).

 

  • Nahrungsergänzungsmittel:
  • MicroMineral (cdVet)
  • Befedo Kautabletten mit Vitaminen und Mineralien
  • DarmAktiv zur Unterstützung der Darmflora
  • Heilerde
  • Moortrunk

 

 

 

 

 

 

H. DOKUMENTEN-HISTORIE

 

 

 

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