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Ein Darmverschluss führt in aller Regel in wenigen Stunden zu schwersten Komplikationen und unbehandelt zum Tod des Hundes. Die gesamte Verdauung wird durch den Darmverschluss blockiert, der Nahrungsbrei staut sich auf und wird dabei von Bakterien zersetzt. Gase und Giftstoffe entstehen. Es drohen schwerste Schäden an der Darmwand, ein Absterben des betroffenen Darmabschnitts und danach ein Aufreißen des Darms und Eindringen des bakteriendurchsetzten Verdauungsbreis in den Bauchraum. Ein Darmverschluss ist immer und ohne Ausnahme (!) - ein absolut dringender, tiermedizinischer Notfall.

 

NOTFALL-CHECKLISTE :  Darmverschluss

Der Hundehalter kann beim Verdacht auf einen Darmverschluss dem Tierarzt nur durch Beobachtung seines Hundes oft wertvolle Hinweise geben. Hat der Hund einen Fremdkörper verschluckt? Wird ein Spielzeug vermisst? Wann hatte der Hund das letzte Mal Stuhlgang? Wann hat er sich übergeben?

Ein Darmverschluss ist ein Wettlauf mit dem Tod. Wenn ihr Hund einen Fremdkörper verschluckt hat oder an Knochenkot leidet, wenn er bereits einen aufgeblähten Bauch zeigt und dabei unruhig hin und her läuft, wenn ihm kein Platz recht ist - wenn er häufig zwischen Liegen, Stehen und Umhergehen wechselt oder gar schon einen gekrümmten Rücken zeigt - kann der dramatische Notfall bereits eingetreten sein. Warten Sie nicht weiter ab, ob sich das Ganze noch bessert. Wenn es ein Darmverschluss ist, läuft dem Hund die Zeit davon. Es droht ein Absterben und Zerreißen des betroffenen Darmbereichs mit akuter Lebensgefahr. Ihr Hund vertraut Ihnen - handeln Sie bevor es zu spät ist!

A. AUSGANGSLAGE

Die nachfolgenden Anzeichen eines Darmverschlusses können je nach Einzelfall sehr verschieden stark ausgeprägt sein:

  • der Hund kann keinen Kot mehr absetzen, es kommt zu Kotverhaltungen bis zum kompletten Kotstau
  • der Hund erbricht sich, auch bereits nach der Wasseraufnahme
  • der Hund verweigert die weitere Futter-Aufnahme
  • der Allgemeinzustand des Hundes verschlechtert sich ständig immer weiter
  • der Hund zeigt eine typische Schmerzhaltung, die sogenannte Gebetsstellung: die Vorderbeine und der Vorderkörper liegen dabei flach auf dem Boden, die Hinterbeine stehen und der Hinterkörper ist oben (ähnlich wie die Gebetsstellung im Islam)
  • der Bauch fühlt sich beim Abtasten verhärtet an
  • möglicherweise starke Schmerzreaktionen beim Abtasten (erst einmal ganz extrem behutsam den Bauch streicheln, wenn keine Schmerzreaktion erfolgt ganz leicht abtasten, wenn dann keine Schmerzreaktion erfolgt normal abtasten. Dabei immer mit dem Hund sprechen!)
  • möglicherweise hat der Hund einen Fremdkörper verschluckt, Details siehe auch Fremdkörper

Ein Darmverschluss muss sich nicht sofort (!) am ausbleibenden Stuhlgang zeigen. Wenn der Darmverschluss hoch im Dünndarm im Bereich nach dem Magenausgang liegt, kann der Nahrungsbrei nicht mehr aus aus dem Magen in den Darm weiter geleitet werden. Der Hund wird sich dann zunächst erbrechen müssen, bevor ein Kotstau erkennbar wird. Selbst nach der Wasseraufnahme wird er sich dann schon übergeben - und gleichzeitig bei dieser Ausgangslage noch solange noch Darminhalt da ist, eine Zeit lang Stuhlgang haben können. Bis der weiter oben blockierte Darm schließlich leer ist. Wenn bekannt ist, dass der Hund einen Fremdkörper verschluckt hat und sich danach selbst nach der 'einfachen' Wasseraufnahme bereits übergeben muss, ist das ein sehr ernstes Anzeichen für einen möglichen Darmverschluss.

 

 

Abbildung: Darmverschluss

Darmverschluss beim Hund

Sie dürfen dieses Bild mit Quellenangabe gerne auf ihrer Vereinsseite oder Homepage verwenden.

 

 

Tödliche Kastanien - oder warum der Hund nicht mit allem spielen darf, was in seinen Mund passt. Ein Negativbeispiel: Kastanien scheinen für den Hund ein tolles Spielzeug zu sein. Sie kullern lustig herum, der Hund kann sie mit den Pfoten tapsig herumschubsen und ihnen dann hinterherjagen. Und wenn er beim Fangspiel mal eine verschluckt? Nicht so schlimm - denken wir - und irren uns gewaltig. Bestenfalls bleiben die größeren Kastanien in seinem Magen hängen und der Hund erbricht sie irgendwann wieder. Kastanien sind für den Hund unverdaubar. Schlimmstenfalls sind sie aber gerade so groß, dass sie den Magen in den Dünndarm gerade noch passieren können und aber schon wieder so groß, dass sie im Dünndarm angekommen diesen als Fremdkörper gleich blockieren. Leider ist dies beim Hund anatomisch so möglich. Der Darmdurchgang ist damit gestört, der Nahrungsbrei kann nicht mehr ordnungsgemäß weiter geführt werden und verfault. Eine Katastrophe bahnt sich an.

B. HINTERGRUND-INFO's ZUM DARMVERSCHLUSS

B.1 Hintergrund-Infos: Was ist ein Darmverschluss?

  • ein Darmverschluss ist eine Störung der Darmfunktion, bei der die Durchgängigkeit des Darmes ganz oder teilweise blockiert ist
  • dadurch gerät der durchfließende Nährstoffbrei ins Stocken
  • der Darminhalt beginnt zu vergären und zu verfaulen
  • dabei werden extrem schädliche Prozesse im Körper in Gang gesetzt
  • der Hund leidet schwerste Schmerzen

 

B.2 Hintergrund-Infos: Arten des Darmverschlusses

  • tiermedizinisch wird grundsätzlich in zwei Arten von Darmverschluss unterschieden: dem mechanischen und dem funktionellen Darmverschluss
  • beim mechanischen Darmverschluss ist der Darm gequetscht, verschlungen oder es 'sitzt' etwas im Darm, das den Durchgang innerlich verstopft - zum Beispiel ein verschluckter, unverdaulicher Fremdkörper wie Plastikspielzeug
  • beim funktionellen Darmverschluss werden durch Entzündungen, Gifte, Durchblutungsstörungen, nervliche Störungen, u.a. die Funktionen des Darmes außer Kraft gesetzt
  • ein Darmverschluss kann dabei als vollständige Blockade oder auch 'nur' Teilblockade auftreten, also noch teilweise durchlässig sein
  • der tiermedizinischen Fachbegriff für den mechanischen Darmverschluss ist Obstruktionsileus

 

B.3 Hintergrund-Infos: Verstopfung (Obstipation) oder Darmverschluss (Ileus)

  • eine starke Verstopfung durch verhärteten Kot (Knochenkot) im Darm kann sich wie ein unauflöslicher Darmverschluss durch einen Fremdkörper äußern
  • diese Form von Darmverschluss wird auch als mechanischer Ileus bezeichnet
  • die Folge ist u.a. eine [[Darmkolik]]

 

B.4 Hintergrund-Infos: Fremdkörper als Ursache für einen Darmverschluss

  • anatomische Gegebenheiten des Hundes am Übergang vom Magen zum Dünndarm wirken sich sehr ungünstig aus
  • verschluckte Fremdkörper passen zwar durch den Magenausgang und verlassen den Magen, bleiben dann aber im engeren Dünndarm stecken
  • dazu kommt noch, dass manche Fremdkörper im Röntgenbild und Ultraschall schlecht bis gar nicht zu entdecken sind (z.B. Spielzeug aus Gummi, Weichplastik)
  • wenn der Fremdkörper den Darm nur teilweise blockiert, sind auch bildgebende Verfahren, z.B. Aufnahmen mit Röntgenkontrastmittel nicht sehr aufschlussreich

 

C. SYMPTOME DES DARMVERSCHLUSSES BEIM HUND

C.1 allgemeine Symptome

  • anhaltendes Erbrechen
  • Schmerzen beim Berühren des Bauches
  • eine verspannte, harte Bauchdecke
  • allgemeine Schwäche des Hundes
  • schlechter Allgemeinzustand
  • hochrote Schleimhäute (z. B. Maulschleimhaut), siehe -> Vitalwerte
  • Fieber oder Untertemperatur, siehe -> Fieber
  • Herzrasen, Details siehe -> Puls messen
  • schnelle, flache Atmung , siehe -> Atmung prüfen

 

C.2 Symptome aus dem Verhaltensbereich

  • erkennbare Verhaltensänderungen, zum Beispiel durch verstärktes Grasfressen
  • Verweigerung jeglicher Nahrungsaufnahme
  • Wasser wird u.U. zwar aufgenommen, aber auch wieder erbrochen
  • der Hund bemüht sich erfolglos um Kotabsatz, er tut zwar so, es kommt aber nichts (genau beobachten!)
  • möglicherweise wird statt dem Kot nur Blut oder blutiger Schleim abgesondert

 

C.3 Hinweise durch die Abfolge der Symptome im zeitlichen Verlauf

  • das Erbrechen erfolgt unter bestimmten Umständen bereits vor den ersten Problemen mit dem Kot absetzen
  • damit ist auch das Erbrechen ein möglicher Hinweis auf einen Darmverschluss - dies scheint im ersten Moment unlogisch - ist es aber nicht!
  • Erbrechen ist dann ein Symptom, wenn der Darmverschluss sehr nahe am Magenausgang erfolgt
  • der Darm arbeitet dann zunächst noch weiter, die aufgenommene Nahrung kann den Magen aber nicht mehr verlassen
  • wenn der Hund hat Durst hat, erbricht er sogar das aufgenommene Wasser wieder

 

C.4 Schmerzsymptomatik

  • der Darmverschluss ist mit ganz erheblichen Schmerzen verbunden
  • dies führt schmerzbedingt zur sogenannten [[Gebetsstellung]] : der Hund liegt vorne und steht gleichzeitig auf den Hinterpfoten, der Hinterkörper ist dabei hoch

 

 

SOFORTMASSNAHMEN: Was tun, wenn man bei seinem Hund einen Darmverschluss vermutet?

  • bei einem Darmverschluss kann ihrem Hund nur der Tierarzt helfen
  • wenn Sie starke Hinweise auf einen Darmverschluss haben, wenn ihr Hund zum Beispiel ein Spielzeug verschluckt hat und dazu Symptome (siehe oben) zeigt, gehen Sie von einem medizinischen Notfall aus
  • bringen Sie ihren Hund sofort zu einem Tierarzt, Tierarztpraxis oder einer Tierklinik mit 24-Stunden-Verfügbarkeit
  • Details zum Transport finden Sie hier unter Transport zum Tierarzt
  • Die Situation wird jetzt nicht mehr von alleine besser!
  • Im Gegenteil: die Situation kann sich kurzfristig ganz rapide verschlechtern!

 

D. URSACHEN FÜR EINEN DARMVERSCHLUSS

  • verschluckte Fremdkörper ( Tennisball, Spielzeug, Verpackungsmaterial, Steine, Kastanien, Nüsse, Pfirsichkern, Maiskolben, Haarballen, etc., siehe -> Fremdkörper )
  • hochgradiger Befall von [[Endoparasiten]] wie [[Würmer]], insbesondere bei Welpen kann durch starken Wurmbefall der Transport des Nahrungsbreis durch den Darm behindert werden
  • physiologische Besonderheiten, Verwachsungen, Vernarbungen im Darmbereich
  • nervliche Störungen bei der vegetativen Steuerung des Darms (Eigenbewegungen, Peristaltik des Darms zum Weitertransport des Nahrungsbreis)
  • Drehung oder Verschlingen von Darmteilen (Volvulus), die Folge einer [[Darmverschlingung]]: mangelnde Blutversorgung, Absterben von Darmteilen
  • Einstülpung, Überstülpung eines Darmabschnitts, Invagination (wenn sich Darmteile ineinanderschieben und sich überstülpen, Folge: mangelnde Blutversorgung, Absterben von Darmteilen)
  • ein Darmtumor (Krebsgeschwulst) blockiert zunehmend den Darm bis zum Verschluss
  • ein lähmender Darmverschluss (paralytischer Ileus), Nerven- und Durchblutungsstörungen, Lähmung der Darmmuskulatur aufgrund entzündlicher Krankheiten (z.B. Bauchspeicheldrüsenentzündung)

 

D.1 Weitere mögliche Ursachen

  • Knochenfütterung kann zu betonhartem Knochenkot führen (der Kot wird hart, gräulich, steinhart), Details siehe Knochenkot
  • verschluckte, größere Stücke Büffelhaut quellen im Magen stark auf bis hin zum Darmverschluss
  • auch das kommt vor: beim Spiel verschluckte Kastanien blockieren den Darm

 

D.2 Hintergrund-Infos: Komplikationen und Folgen eine Darmverschlusses

  • mangelnde Durchblutung führt zum Absterben von Darmteilen
  • Giftstoffe aus dem Darm wandern ins Blut, es kann zum septischen Schock kommen ([[Blutvergiftung]])
  • im Extremfall kommt es zum akut lebensbedrohlichen Aufreißen des Darms (Darmdurchbruch)
  • durch das Zerreißen des Darms können Fäkalien und Bakterien aus dem Darm in den Bauchraum gelangen mit der Folge schwerster Entzündungen
  • die Folge ist eine [[Bauchfellentzündung]] (Peritonitis), das Bauchfell (Peritoneum) ist der medizinische Fachbegriff für die innere (!) Haut des Bauchraums

 

E. DIAGNOSTIK DES DARMVERSCHLUSSES

E.1 Anamnese: Einzelheiten zur Krankengeschichte - oder was der Tierarzt wissen muss

  • um mögliche Ursachen der Symptome einzugrenzen, muss der Tierarzt die Krankheitsgeschichte des Hundes kennen
  • gerade auch wenn es um verschluckte Fremdkörper geht, kann der Hundehalter oft die entscheidenden Hinweise geben
  • der Tierarzt erkundigt sich dabei besonders nach dem zeitlichen Auftreten und dem Verlauf der einzelnen Symptome (siehe oben, Punkt C. Symptome)
  • gibt es Anzeichen für starke Schmerzen (Jaulen, macht der Hund einen [[Katzenbuckel]] oder zeigt die sogenannte [[Gebetsstellung]], etc.)
  • wann hat der Hund das letzte Mal erfolgreich Kot abgesetzt
  • wie war der Kot beim letzten erfolgreichen Absetzen beschaffen
  • falls sich der Hund erbrochen hat, wie sah das Erbrochene aus
  • gibt es Hinweise darauf, dass der Hund einen Fremdkörper verschluckt haben könnte (Details siehe auch -> Fremdkörper)
  • falls es einen Fremdkörperverdacht gibt, um was für einen Fremdkörper könnte es sich handeln, wird etwas vermisst
  • hatte der Hund schon einmal einen Darmverschluss

 

 

Wenn der Darmverschluss sehr hoch im Darm sitzt, z.B. oben am Eingangsbereich des Dünndarms, kann es sein, dass der Hund trotz der gegebenen Blockade noch einige Zeit 'normal' Kot absetzen kann. Dies kann zu einer Fehlinterpretation führen, weil der Hund ja noch kotet. Das wesentliche Symptom ist hier, dass sich der Hund erbricht, nach ggf. dem Fressen und sogar nach der Wasseraufnahme. Letzteres Anzeichen, wenn der Hund nach dem Trinken das Wasser wieder erbricht, ist ein echtes Alarmzeichen.

 

E.2 Untersuchung des Hundes durch den Tierarzt

  • Abtasten auf einen verhärteten Bauch bzw. Magen (Kotansammlungen, Fremdkörper)
  • Abtasten des Enddarms
  • vorsichtiges Abtasten des Bauches auf schmerzhafte Stellen
  • nach rektaler Austastung des Enddarms oft blutiger Schleim am Untersuchungshandschuh
  • Ermittlung der Vitalwerte
  • glasiger und zäher Schleim am Thermometer nach rektalem Temperatur messen
  • bei [[Roentgenaufnahmen]] ist zu beachten: verschluckte Fremdkörper aus Gummi, Plastik oder Stoff sind im Röntgenbild nicht oder nur schwer zu erkennen
  • eine [[Kontrastmittelaufnahme]], kann aufzeigen, dass große Stuhlmengen im Darm sind, vorab erfolgt dazu die orale Gabe von Kontrastmittel
  • Ermittlung der Blutwerte ([[Blutbild]], [[großes Blutbild]] (Labor))
  • [[Ultraschalluntersuchung]] des Bauchraums
  • Endoskopie zur inneren Inspektion des gesamten Verdauungsbereiches
  • diagnostische Bauchoperation (Laparotomie, Probelaparotomie)
  • wenn schwere, lebensbedrohliche Symptome vorliegen, die Ursache aber immer noch nicht klar ist, kann eine kurzfristig angesetzte diagnostische Bauchöffnung mit ggf. sofortigem operativem Eingriff lebensrettend für den Hund sein!
  • der Tierarzt kann dann sofort mit der Diagnose Gegenmaßnahmen direkt im Bauchraum einleiten, z.B. bei eine[[Bauchfellentzündung]]

 

 

Wenn starke Symptome und Hinweise auf einen Darmverschluss vorliegen, wird der Tierarzt aufgrund der extrem bedrohlichen Gefahr eine sofortige [[diagnostische Bauchöffnung]] in Betracht ziehen. Durch diese Laparotomie (Probelaparotomie), also die Öffnung des Bauchraums, erhält der Tierarzt eine Sichtkontrolle auf den Darm und kann im Bedarfsfall sofort am Darm operativ eingreifen.

 

F. THERAPIE DES DARMVERSCHLUSSES (ILEUS)

F.1 medikamentöse Therapie

  • Injektion krampflösender Mittel
  • Injektion von Abführmittel
  • prophylaktische Spritze gegen Darmentzündungen

 

F.2 operative Therapie des Darmverschlusses

  • Notoperation: Öffnen des Bauchraums, Öffnen des Darms, Entfernen der Verschlussursache (z.B. Fremdkörper)
  • Endoskopie (unter Narkose), im Einzelfall auch zur Entfernung von Fremdkörper

 

F.3 weitere therapeutische Maßnahmen

  • Absaugung von Magen- und Darminhalt vor der blockierten Stelle
  • je nachdem wo die Blockade sitzt, wird mit einer Darmzange und Spülungen versucht, die Blockade zu lösen
  • bei Knochenkot : oral Paraffin, Einlauf, Klistierflüssigkeit
  • der Einsatz eines Klistier erfolgt dann, wenn sich der Darmverschluss im Enddarm befindet

 

G. PRÄVENTION EINES DARMVERSCHLUSSES

  • die Prävention eines Darmverschlusses ist nur bei wenigen Ursachen (s.o. URSACHEN PUNKT D.) möglich
  • eine ausgewogene Ernährung hilft bei der Vermeidung der Bildung von Knochenkot
  • keine Fangspiele mit Gegenständen die der Hund verschlucken kann und die zum Darmverschluss führen können, näheres zur Prävention auch unter Fremdkörper
  • den Hund nicht mit Kastanien, Eicheln, Nüssen (z.B. Walnüsse, Haselnüsse) oder Steinen spielen lassen. Wenn sie der Hund bei Fangspielen verschluckt, sind sie unverdaubar und werden leicht gefährlich, wenn sie den Darmdurchgang verstopfen
  • grundsätzlich kein zerkaubares Hundespielzeug herumliegen lassen, wenn der Hund das Spielzeug zerkaut und im Ganzen oder auch nur in Teilen verschluckt, kann es leicht zum Darmverschluss kommen
  • nach der Kastration einer Hündin ist das Risiko eines Darmverschlusses erhöht, deshalb muss der erfolgreiche Kotabsatz nach der Kastration besonders überwacht werden

 

H. HAUSMITTEL

  • Achtung! Es gibt keine Hausmittel bei einem Darmverschluss! Der Hund muss immer sofort zum Tierarzt!
  • Nur bei Knochenkot kann man durch Gabe von einigen Esslöffeln Öl versuchen den Knochenkot aufzuweichen. Im Zweifel aber immer sofort zum Tierarzt!
  • unmittelbar nach einer Fremdkörperaufnahme kann mit Sauerkraut versucht werden, den Fremdkörper zu umhüllen. Ansonsten sofort zum Tierarzt!

 

 

 

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